RTL/ntv "Frühstart"

FDP-Nachwuchs fordert: Wählen mit 16 "möglichst schnell"

25. September 2020 - 11:36 Uhr

Junge Liberalen wollen Wahlalter senken

Manchmal dürfen schon 16- und 17-Jährige wählen – wie zuletzt bei der NRW-Kommunalwahl. Bei Bundestagswahlen aber muss man mindestens 18 Jahre alt sein. Ist das noch zeitgemäß? Der Vorsitzende der Jungen Liberalen (JuLis) sagt "nein" – und erwartet schnelle Änderungen.

Aufforderung an CDU und CSU

JuLi-Chef Jens Teutrine fordert CDU und CSU auf zügig einer Herabsetzung des Wahlalters auf 16 Jahre bei Bundestagswahlen zuzustimmen. "Ich erwarte von der Union, dass sie ihre taktischen Überlegungen zum Eigennutz aufgibt und endlich mit uns über die Inhalte diskutiert", so Teutrine im RTL/ntv "Frühstart". Die Jungen Liberalen wünschten sich die Reform "so schnell wie möglich", realistisch sei sie aber erst im nächsten Bundestag. Teutrine forderte die Mutterpartei FDP dennoch dazu auf, eine Gesetzesinitiative einzubringen, zum Beispiel im Rahmen der ohnehin anstehenden Wahlrechtsreform. Die FDP hatte auf Initiative der Jungen Liberalen am Wochenende auf ihrem Bundesparteitag das Wählen mit 16 Jahren beschlossen.

"Fridays for Future" als Vorbild

Teutrine verwies bei seinem Vorstoß unter anderem auf "Fridays for Future". "Junge Menschen gehen auf die Straße. Wenn wir die ernstnehmen wollen, wenn wir die in unsere demokratischen Prozesse einbinden wollen, dann wäre es ein gutes Zeichen, das Wahlalter herabzusetzen." Er finde es nicht sinnvoll, dass 16-Jährige bei Kommunalwahlen Bürgermeister wählen, die Bildungspolitik im Bundestag aber nicht mitbestimmen dürften. "Dieses Wirrwarr macht keinen Sinn."

Noch mehr spannende Interviews aus der Welt der Politik

In der Interview-Reihe "Frühstart" treffen wir täglich spannende Gesprächspartner aus der Politik. In unserer Videoplayliste können Sie sich die Video-Interviews ansehen.