"Damit die Argumente der FDP geschwächt"

FDP-Chef Lindner kritisiert Kemmerich für Demo-Auftritt ohne Maske - mit Verschwörungstheoretikern

11. Mai 2020 - 8:39 Uhr

FDP-Landeschef Thomas Kemmerich demonstriert mit AfD und Verschwörungstheoretikern

FDP-Chef Christian Lindner hat am Montagmorgen im Interview bei Guten Morgen Deutschland deutliche Worte für einen Skandal-Auftritt des Thüringer FDP-Landeschefs Thomas Kemmerich gefunden: "Wem es ernst ist mit seinem Anliegen, der schützt sich, der hält Abstand, der trägt eine Maske. (…) Das werfe ich auch Herrn Kemmerich vor", erklärte Lindner. Kemmerich hatte sichd daran am Samstag nicht gehalten, als er bei Protesten gegen die Corona-Auflagen an der Seite von AfD-Mitgliedern und Verschwörungstheoretikern durch Gera spazierte.  "Alle, die eine andere Politik als die Regierungen in Bund und Länder wollen, die sollten sich fern halten von diesen Verschwörungstheoretikern", sagte er im RTL-Interview, das sie im Video sehen.

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Lindner: Keine öffentliche Diskussion über Partei-Ausschluss

FDP-Bundesvorstandsmitglied Marie-Agnes Strack-Zimmermann forderte Kemmerichs Parteiaustritt. "Wir als FDP-Bundesvorstand sollten Thomas Kemmerich dazu auffordern, seinen Hut zu nehmen und die FDP zu verlassen", sagte sie der "Welt". Sie halte das Verhalten für schwerst parteischädigend. "Offensichtlich sucht er jetzt nicht nur physisch die Nähe zur AfD, sondern auch zu Verschwörungstheoretikern und hat inzwischen wohl auch Gefallen an deren demokratiezersetzendem Kurs gefunden."

"​Ich hantiere öffentlich mit Worten wie Parteiausschlussverfahren nicht. Man sieht ja bei den Grünen bei Herrn Palmer, zu was das führt. Oder bei Herrn Sarazin in der SPD", erklärte der FDP-Chef dazu.

Thomas Kemmerich versucht sich zu entschuldigen

Zwar habe er vor Beginn eines sogenannten Spaziergangs auf die Einhaltung dieser Hygienevorschriften geachtet, sagte Kemmerich. Anschließend habe er das aber unterlassen, wie mehrere Fotos zeigen. "Dafür kann ich mich nur entschuldigen", sagte Kemmerich.

Es sei auch nie seine Absicht gewesen, mit der Kundgebung der AfD oder Verschwörungstheoretikern eine Plattform zu bieten, erklärte der FDP-Landeschef am Sonntag. Er sehe aber ein, dass er genau das getan habe. Kemmerich hatte bundesweit Bekanntheit erlangt, als er sich im Thüringer Landtag mit Stimmen der AfD zum Ministerpräsidenten wählen ließ. Erst nach einem öffentlichen Sturm der Entrüstung aus allen demokratischen Lagern, bot er einige Tage später seinen Rücktritt an.

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