Nach Rassismus-Entgleisung

Krtik vom DFL-Chef – Druck auf Schalke-Boss Clemens Tönnies steigt

Clemens Tönnies
Tönnies entschuldigt sich für Äußerung über Afrikaner
ina nic, dpa, Ina Fassbender

Klare Kante vom DFL-Boss

Die Kritik am Schalker Aufsichtsratschef Clemens Tönnies nach dessen umstrittenen Aussagen über Afrikaner reißt nicht ab - und kommt nun auch von höchster Fußball-Stelle und aus der Politik.

"Kann man nicht durchgehen lassen"

Der Ärger um den Schalke-Boss Tönnies ebbt nicht ab, im Gegenteil: Fußball- und Politiker kritisieren den Schalke-Boss scharf. “Ich war sehr überrascht, dass ihm das so passiert ist, und das kann man nicht durchgehen lassen, kommentarlos”, sagte am Samstagabend Reinhard Rauball, Präsident der Deutschen Fußball Liga und Interimschef des Deutschen Fußball-Bundes am Rande des Supercups .

"Dass so etwas von jemandem artikuliert wird, der eine herausgehobene Position im Sport innehat, macht die Sache umso schlimmer. Die am folgenden Tag veröffentlichte Klarstellung durch Herrn Tönnies kann den gesellschaftspolitischen Schaden sicher nicht wettmachen", sagte Dagmar Freitag, Vorsitzende des Sportausschusses im Deutschen Bundestag in der Welt am Sonntag.

Schalker Ehrenrat berät sich

Andreas Rettig, Geschäftsführer des Zweitligisten FC St. Pauli, warf Tönnies eine “Gutsherren-Mentalität” vor, die aus einer Zeit stamme, “von der ich dachte, dass wir sie längst hinter uns gelassen haben”. Folgen müsse nun eine Reaktion des Schalker Ehrenrats: “Ein klares Zeichen wäre neben der bereits erfolgten Entschuldigung von Herrn Tönnies das richtige Signal.”

Der Ehrenrat von Schalke 04 hatte am Freitag bekannt gegeben, sich in der nächsten Sitzung in der kommenden Woche mit dem Thema zu beschäftigen. Dem Gremium stehen verschiedene Sanktionen bis hin zu einer Amtsenthebung Tönnies' zur Verfügung.

Anzeige:

Empfehlungen unserer Partner

"Törichte Aussagen"

Der starke Mann auf Schalke hatte sich am Samstag erneut reumütig gezeigt. "Ich bin über mich selbst bestürzt, dass mir so etwas passieren konnte. Da hilft kein drum herum reden, da hilft auch keine Verschlimmbesserung, es war schlicht töricht", hatte der 63-Jährige der WAZ gesagt und beteuert, er werde das "wiedergutmachen".

Der Fleischfabrikant hatte am Donnerstag beim "Tag des Handwerks" in Paderborn mit einigen Aussagen empört. Der Schalke-Boss empfahl dabei die Finanzierung von Kraftwerken in Afrika und sagte laut der Zeitung Neue Westfälische: "Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn's dunkel ist, Kinder zu produzieren".