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Kommentar zur königsblauen Dauer-Krise

Nur noch ein Wunder könnte Schalke retten

Manuel Baum
Manuel Baum
© Revierfoto / Pool, Revierfoto

17. Dezember 2020 - 12:03 Uhr

Ach, Schalke ...

Der FC Schalke 04 steckt in der tiefsten Krise seiner Vereinsgeschichte. Der Negativ-Rekord von Tasmania Berlin ist noch drei Spiele entfernt. Nur noch ein Wunder könnte den Absturz in die 2. Bundesliga verhindern. Ein Kommentar.

Von Chris Rohdenburg

Ein bisschen erinnert die Situation auf Schalke an ein legendäres Interview mit Rudi Völler aus seiner Zeit als Teamchef der deutschen Nationalmannschaft. Die Königsblauen erleben derzeit einen "Tiefpunkt, und nochmal einen Tiefpunkt. Da gibt's nochmal einen niedrigen Tiefpunkt".

Und genau wie Völler damals, der sich aufgrund einer Analyse des Duos Delling/Netzer nach einem biederen 0:0 gegen Island in Rage redete, können sicherlich auch die Schalker Anhänger "diesen Scheißdreck nicht mehr hören."

Während das Fan-Herz seit mittlerweile fast einem Jahr durchgehend blutet, denkt man auf Vereinsebene gar nicht daran, die überlebenswichtigen Infusionen herbeizuschaffen. Stattdessen macht sich der Revierclub dazu auf, mit Pauken und Trompeten unterzugehen. Nach dem Motto: Schalke steigt nicht einfach so ab!

FC Schalke 04 arbeitet an Tasmanias Negativ-Rekord

Lieber nimmt man noch den ein oder anderen Negativ-Rekord mit. Es wäre ja auch fast schon fahrlässig, die eigentlich für die Ewigkeit gemachte Sieglos-Serie von Tasmania Berlin nicht zumindest mal einzustellen. Drei weitere Spiele ohne Erfolg sollten für Schalke doch zu schaffen sein, so jedenfalls der Eindruck nach dem 0:2 am Mittwoch gegen ebenfalls schwache Freiburger.

Und damit der mögliche Neustart so richtig schön anspruchsvoll wird, nimmt man rund 200 Millionen Euro Verbindlichkeiten mit. Diese Summe dürfte ebenfalls ein Spitzenwert in der 2. Bundesliga sein und sie wirft ganz nebenbei noch die Frage auf, ob das Unterhaus überhaupt die angemessene Fortsetzung für den Club wäre.

Und als wäre das alles nicht genug, stehen auf der Führungsebene die nächsten Umbrüche vor der Tür. Sport-Vorstand Jochen Schneider ist nach seinem (zu) langen Festhalten an David Wagner und der Verpflichtung des bislang glücklosen Manuel Baum angezählt. Der Aufsichtsrat, inzwischen ohne den umstrittenen Ex-Chef Clemens Tönnies, wird sich über Weihnachten Gedanken machen.

Ist der FC Schalke 04 noch zu retten?

Gut möglich, dass danach Schneider UND Baum Geschichte sind. Der Coach, der sein Team kürzlich noch als stark genug für eine "Serie" bezeichnete und dabei von Fan-Seite aus wahlweise mit "Für 'Schlechte Zeiten, schlechte Zeiten?'" oder "Meint er die Sieglos-Serie?" verspottet wurde, hat nicht gezeigt, dass er das Ruder rumreißen kann.

Zu gu­ter (oder besser schlechter) Letzt fehlt auf Schalke das, was den Klub seit jeher ausmacht: die Fans.

Jenes immens wichtige Korrektiv, das Spielern und Verantwortlichen unter normalen Bedingungen schon mächtig Feuer unter dem Hintern gemacht hätte, in Zeiten der Corona-Pandemie aber höchstens noch indirekt wirken kann.

Die Ultras Gelsenkirchen schrieben zuletzt auf einem Banner: "Beschämende Außendarstellung, planloser Vorstand und charakterlose Mannschaft. Das Ergebnis eurer jahrelangen Misswirtschaft."

Ist Schalke noch zu retten? Die einfache Antwort lautet: Ohne ein Wunder nicht!

Sport.de

Übersicht: Die schlimmsten Sieglos-Serien der Bundesliga-Geschichte

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