Verbalkeule aus München

FC Bayern vs. BVB: Hoeneß poltert - Zorc schlägt zurück

04. August 2020 - 10:53 Uhr

Kritik an Transferpolitik

Noch ruht der Ball in der Bundesliga, doch abseits des grünen Rasens ist das Duell zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund schon mächtig ins Rollen gekommen. Uli Hoeneß holte mit Blick auf den Dauerrivalen die Verbalkeule raus. Die Transferpolitik des BVB? Ein Graus. Der schwarz-gelbe Konter ließ nicht lange auf sich warten.

BVB hat nur Verkaufsobjekte

"Was mich stört: Wenn Dortmund einen hochtalentierten Spieler kauft und er gut spielt, kann man wenige Monate später entweder aus dem Club selbst oder von außerhalb hören, dass er irgendwann ein Verkaufsobjekt darstellen wird", stichelte der Ehrenpräsident des FC Bayern in der "FAZ".

Wie soll ein Spieler "die DNA eines Vereins hundertprozentig aufsaugen, wenn er das Gefühl hat, ein Verkaufsobjekt zu sein?". Beim FC Bayern gebe es "das überhaupt nicht. Wir holen Spieler für Bayern München. Und niemals, um daraus Geschäfte zu machen". Rumms. Worte, die man in Dortmund nicht unkommentiert lassen will.

„Aussagen sind arrogant"

"Ich finde die Aussagen ziemlich arrogant, aber einiges ist auch sachlich de facto falsch", sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc bei Sport1 und den Funke-Medien: "Grundsätzlich: Wenn man jedes Jahr 250 Millionen Euro mehr in der Tasche hat, lässt es sich mit vollen Hosen gut stinken."

Hoeneß sieht für die Borussia durch deren Geschäftsmodell sogar Nachteile im Titelkampf. "Ich glaube, solange die Dortmunder dieses System nicht ändern, werden sie diese letzten zehn Prozent nicht kriegen, dass man in wichtigen Spielen die richtigen Leistungen bringt. Ein Spieler muss das Gefühl haben: Ich bin Bayern forever", sagte er. Offenbar spielt Hoeneß darauf an, dass der BVB in den vergangenen Jahren junge Spieler verpflichtet oder ausgebildet und sie dann teuer weiterverkauft hat. Der BVB würde mit diesem Modell "sehr viel Geld" verdienen, aber es bringe auch viel "Unruhe".

RTL.de/sid