Rückzug von Uli Hoeneß

Der FC Bayern braucht endlich frische Köpfe

«Bild»: Hoeneß tritt nicht zur Wiederwahl als Bayern-Präsident an
© dpa, Angelika Warmuth, awa jhe hak sja nic

25. Juli 2019 - 11:43 Uhr

Von Timo Latsch

Er ist eines der Gesichter der Bundesliga, ganz sicher aber DAS Gesicht des FC Bayern in den letzten vier Jahrzehnten gewesen: Uli Hoeneß. Irgendwie kaum vorstellbar, dass er bald nicht mehr Teil des Clubs sein könnte. Geliebt und vergöttert in München, gehasst und zum Teil verspottet außerhalb Bayerns. Aber egal wie man zu Hoeneß steht: Man muss großen Respekt haben vor seiner Entscheidung - die genau zur richtigen Zeit kommt. Denn der FC Bayern braucht dringend frischen Wind.

Ende einer Ära

Die Bayern-Fans verbinden mit ihm Meisterschaften und Triumphe, aber auch Skandale und Niederlagen - egal wie es um den FC Bayern und Uli Hoeneß stand: Die Fans hielten zu ihm. Er hat den FC Bayern zum "FC Hollywood", zur Weltmarke gemacht -  und auch sportlich lief es: 24 Mal Meister, 14 Mal Pokalsieger, zwei Mal Champions-League-Sieger, einmal holte der Club den UEFA-Cup.​

Der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern München, Karl-Heinz Rummenige (l) und der Präsident des FC Bayern München, Uli Hoeneß, feiern am 02.06.2013 in München (Bayern) auf dem Balkon des Rathauses am Marienplatz nach dem Sieg im DFB-Pokal-Finale gegen
Deutscher Meister, Pokalsieger und Champions-League-Gewinner: Sogar das Triple durfte Uli Hoeneß mit den Bayern feiern.
© dpa, Marc Müller

Hoeneß hat alles erreicht

Wirklich überraschend ist Hoeneß' Rückzug nicht - er ist letztlich nur konsequent. Die ständigen Auseinandersetzungen mit dem Bayern Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge, die Diskussionen um seinen Trainer Niko Kovac, die Anfeindungen einiger Fans wie auf der Jahreshauptversammlung im letzten Jahr. Uli Hoeneß hat dazu keine Lust mehr und will sich den Alltagsstress nicht mehr antun. Man kann ihn verstehen - zumal er mit seinen Bayern in den letzten 40 Jahren als Spieler, Manager und Präsident alles erreicht hat, was es zu erreichen gibt.

Oli statt Uli?

Hoeneß und Kahn
Kennen sich gut: Oli Kahn und Uli Hoeneß
© deutsche presse agentur

Auch die Bayern brauchen jetzt frische Köpfe und Ideen. Zuletzt wirkte der Verein nicht wirklich zielstrebig. Die besten Spieler gehen nicht mehr automatisch zum Rekordmeister - wie aktuell Leroy Sané, um den die Bayern bisher vergeblich buhlen. Vielleicht ist genau jetzt die richtige Zeit für neue Köpfe. Ex-Torwart Oliver Kahn ist einer, der das Ruder übernehmen könnte. Er steht für Erfolg, hat das Bayern-Gen und ist, genau wie Uli Hoeneß, streitbar. Genauso einen brauchen sie in München.

Sich einmischen und seine Meinung sagen wird Uli Hoeneß ganz sicher auch in Zukunft vom Tegernsee aus. Und das ist gut so. Denn so ganz ohne Hoeneß geht es auch nicht.