Angeblich kurioser Zeitpunkt

Boateng erfuhr wohl vor Champions-League-Spiel vom Aus

Jérôme Boateng hat beim FC Bayern keine Zukunft mehr, er muss den Club im Sommer verlassen.
Jérôme Boateng hat beim FC Bayern keine Zukunft mehr, er muss den Club im Sommer verlassen.
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12. April 2021 - 8:42 Uhr

Salihamidzic machte Aus offiziell

Eine erfolgreiche Ära beim FC Bayern findet in diesem Sommer ihr Ende: Jérôme Boateng muss den Club verlassen. Sportvorstand Hasan Salihamidzic hat das vergangene Woche offiziell in den Medien verkündet, intern dafür aber womöglich einen äußerst ungünstigen Zeitpunkt gewählt.

Boatengs Aus sorgt für Spannungen

Dass Jérôme Boateng den FC Bayern nach zehn Jahren tatsächlich verlassen muss, steht seit Mittwochabend offiziell fest. Kurz vor dem Anpfiff des Champions-League-Duells mit Paris Saint-Germain (2:3) verkündete Sportvorstand Hasan Salihamidzic die Entscheidung der FCB-Verantwortlichen, den Vertrag des Routiniers nicht mehr zu verlängern, bei "Sky".

Wie "Sport 1" nun berichtet, wurde dem Verteidiger erst am Königklassen-Spieltag mitgeteilt, dass für ihn kein Platz mehr ist. Ein durchaus ungewöhnlicher und überraschender Zeitpunkt. Demnach gab es beim Anschwitzen für das Duell mit Paris ein Gespräch mit Boateng, der im Spiel dann in der 42. Minute für den verletzten Niklas Süle eingewechselt wurde.

"Ich habe das Jérôme erklärt, er hat das auch verstanden, und er wird durch das große Tor gehen", sagte Salihamidzic am Mittwoch bei "Sky". Angesprochen auf die Frage, ob eine solche Verkündung die Vorbereitung auf ein so wichtiges Spiel störe, sagte Trainer Hansi Flick nach der Niederlage: "Ich beantworte diese Frage nicht." Sein Nachsatz ließ indes einiges vermuten: "Alles muss ich nicht beantworten, weil ich es auch nicht möchte. Ich muss da auch ein bisschen schauspielern. Das gehört auch dazu zum Trainerjob." Da war öffentlich noch nicht bekannt, dass Boateng erst kurz zuvor von seinem Aus erfahren haben soll.

Zieht es Boateng auf die Insel?

Flick und Boateng verbindet ein enges Verhältnis. Flick hatte sich bis zuletzt dafür stark gemacht, dass der Innenverteidiger einen neuen Vertrag erhält. Unter dem Trainer hatte der Abwehr-Hüne eine bemerkenswerte sportliche Wiederauferstehung erfahren. Nach David Alaba verliert der Erfolgscoach zum Saisonende seinen zweiten Stamm-Innenverteidiger. Auch der Österreicher geht gegen den Willen von Flick. Bei ihm gab aber nicht die sportliche Perspektive den Ausschlag, sondern wohl zu gewaltige Forderungen für einen neuen Vertrag.

Wie es nun für Boateng weitergeht, ist noch unklar. Zuletzt wurden der BVB, der FC Barcelona und Tottenham Hotspur als potenzielle Abnehmer gehandelt. Und die Mannschaft von Starcoach José Mourinho gilt derweil wohl als Top-Kandidat. Laut "Sky" gab es bereits konkrete Gespräche zwischen dem Weltmeister von 2014 und den Spurs.

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