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"Ich glaub's nicht, ehrlich!"

Kimmich schreit auf dem Platz seinen Frust raus

Joshua Kimmich im Spiel des FC Bayern gegen Paris St. Germain.
Joshua Kimmich im Spiel des FC Bayern gegen Paris St. Germain.
© Imago Sportfotodienst

08. April 2021 - 14:43 Uhr

Rückstand war nicht der Grund für Kimmichs Aufregung

Joshua Kimmich war mächtig in Rage, denn für den FC Bayern München lief es im Hinspiel des Champions-League-Viertelfinals gegen Paris St. Germain so gar nicht nach Plan. Nach 28 Minuten stand es bereits 0:2. Grund genug eigentlich, sich kolossal aufzuregen über die Leistung des Teams. Doch Kimmich hatte etwas anderes zu bemängeln.

Minutenlanges Warten auf Goretzkas Auswechslung

Vor einem Eckstoß der Pariser machte Leon Goretzka seinen Trainer Hansi Flick dezent darauf aufmerksam, dass er ausgewechselt werden muss. Der Mittelfeldspieler hatte sich verletzt, offenbar an der Leiste. Doch dann vergingen viele Minuten - zu viele nach Kimmichs Geschmack.

Minuten, in denen sich zunächst Jérôme Boateng warm machte, denn in der verschneiten Allianz Arena war es zu kalt für eine Spontan-Einwechslung. Dann zog sich Boateng wieder an. Flick hatte sich umentschieden, wollte lieber Alphonso Davies bringen.

"Wir spielen seit fünf Minuten mit einem Weniger, Mann!", brüllte Kimmich in Richtung Bank. "Ich glaub das nicht, ehrlich." Erst in der 33. Minute kam es zur Auswechselung. Ein viel zu langes Hin und Her für den Nationalspieler.

Flick rechtfertigt Verzögerung

Flick erklärte nach dem Spiel: "Es ist nicht spät reagiert worden. Es geht darum, dass man sich auch warmmachen muss. Wir wollten erst Jérôme reinbringen, haben uns dann für Alphonso Davies entschieden. Alphonso war relativ schnell dann auch bereit, deswegen haben wir den Wechsel ein bisschen schneller über die Bühne bekommen. Es war eine Überlegung, noch mal Geschwindigkeit auf dem Flügel zu haben. Das war positiv für uns."

Mit der Einwechslung von Davies wich Lucas Hernández nach innen aus, Alaba wurde ins defensive Mittelfeld beordert und Kimmich war weiterhin Spielgestalter. Und Vorbereiter zum 1:2-Anschlusstreffer von Eric Maxim Choupo-Moting nur vier Minuten nach dem Wechsel-Theater (37.). Doch auch der Antrieb des Anführers reichte nicht. Das Spiel endete - unter schmerzhaftem Fehlen von Robert Lewandowski und dem positiv auf Corona getesteten Serge Gnabry - mit einer 2:3-Pleite. "Wir müssen mehr Tore machen", bemängelte Thomas Müller bei "Sky". "So ist das jetzt, jetzt müssen wir dem Rückstand hinterherlaufen."

Ein Rückstand, den sie ohne Lewandowski (und wahrscheinlich auch ohne Gnabry) werden drehen müssen. Denn der polnische Toptorjäger wird auch im Rückspiel fehlen: "Nein, das ist immer noch zu früh", sagte der Stürmer angesprochen auf das Spiel am 13. April. Ob Goretzka im Rückspiel dabei sein kann, ist ebenfalls fraglich. Flick berichtete nach Abpfiff von "muskulären Problemen" beim 26-Jährigen wie auch beim ebenfalls verletzt ausgewechselten Verteidiger Niklas Süle. Er wisse noch nicht, "wie lange sie ausfallen".

VIDEO: Flick-Abschied aus München rückt wohl näher

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