Große Unterschiede bei technischer Austattung

Fazit zum Schulstart in Hessen: Zwischen Anlaufproblemen und "Kuddelmuddel"

Coronavirus - Homeschooling
© dpa, Hauke-Christian Dittrich, hcd htf brx

15. Januar 2021 - 7:00 Uhr

GEW in Hessen: "Wir haben ein Kuddelmuddel“

Seit 5 Tagen läuft der Schulbetriebs in Hessen wieder – selbstverständlich unter Corona-Bedingungen. Jetzt ziehen die Bildungsgewerkschaft GEW und das Land Hessen sehr unterschiedliche Fazits.

Online-Schulportal: Nicht leistungsfähig, nicht stabil?

"Wir haben ein Kuddelmuddel", sagte die GEW-Landesvorsitzende Birgit Koch. Der Digitalunterricht ab der siebten Klasse funktioniere nicht, weil das hessische Schulportal nicht leistungsfähig und stabil sei. Zudem seien einige Schulen mit technischen Endgeräten ausgestattet, an anderen gebe es gar nichts.

Hessens Kultusministerium bewertet die Situation an Schulen als "sehr gut"

Das hessische Kultusministerium beschreibt die Situation anders: "Die Rückmeldungen waren, dass bis auf kleinere Anlaufprobleme beim Login des Schulportals die Lage an den Schulen sehr gut war", sagte ein Sprecher. Auch mit der Resonanz auf den Präsenzunterricht sei man zufrieden: In den Jahrgangsstufen eins bis sechs können Eltern wählen, ob sie ihre Kinder in die Schule schicken. Bei 18 Prozent der Schüler sei das bisher der Fall gewesen. "Das heißt, die Eltern gehen sehr verantwortungsvoll mit der Situation um."

Unterricht per Video an Hessens Schulen: Grundschulen nur schlecht ausgestattet

Besonders auffällig sind die Unterschiede bei der technischen Ausstattung zwischen Grund- und weiterführenden Schulen. Das zeigt sich etwa am Beispiel der Adolf-Reichwein-Schule in Rodenbach (Main-Kinzig-Kreis), die als Verbundschule mehrere Schulformen unter einem Dach vereint. Während die Sekundarstufe eine bessere technische Ausstattung habe und Unterricht per Videoübertragung möglich sei, gebe es in der Grundschule eine schlechte Ausstattung, erklärte die Schulleitung.

Nur 18 Prozent der Schüler im Präsenzunterricht

Wegen der Corona-Pandemie hatte die Landesregierung beschlossen, dass Unterricht in Schulen bis Ende Januar weitgehend wegfällt. Die Präsenzpflicht für jüngere Schüler wurde ausgesetzt, der Gang zur Schule ist aber möglich, wenn Eltern sich nicht zu Hause um sie kümmern können. Ältere Kinder werden mit Ausnahme von Abschlussklassen grundsätzlich aus der Distanz unterrichtet.