Favorit im Fürstentum: Nico Rosberg will den Abstand zu Lewis Hamilton vergrößern

Nach der frustrierenden Nullnummer in Spanien will Nico Rosberg bei seinem Lieblingsrennen in Monaco wieder siegen und den Abstand zu Mercedes-Stallrivale Lewis Hamilton vergrößern.

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2013, 2014 und 2015 durfte Nico Rosberg von Fürst Albert II (r.) in Monaco den Siegerpokal entgegennehmen.
dpa, Nicolas Bouvy

Als persönlicher Chauffeur von Fürst Albert II. stimmte sich Rosberg standesgemäß auf den Großen Preis von Monaco ein. Unter der Mittelmeersonne drehte der Formel-1-Spitzenreiter im Mercedes-Oldtimer SL 300 Gullwing von 1955 mit dem Oberhaupt der Familie Grimaldi eine entspannte Runde durch seine Wahlheimat - und geriet schon vorher ins Schwärmen. "Ich verbinde mit jeder Kurve Erinnerungen, die bis in meine Schulzeit zurückreichen", erzählte der 30-Jährige.

Nach drei Siegen in den vergangenen drei Jahren geht der Silberpfeil-Pilot auf dem legendären Stadtkurs am Sonntag erneut als Favorit ins Rennen. Sein Ziel ist klar: Nur zu gerne würde er seinen prominenten Fahrgast wiedersehen. Albert überreicht im Fürstentum traditionell den Siegerpokal.

Rosberg hat noch jede Menge Wut im Bauch und will Weltmeister Lewis Hamilton die nächste Trophäe vor der Nase wegschnappen. Der völlig unnötige Crash mit seinem ungeliebten Stallrivalen nach nur drei Kurven beim Grand Prix in Spanien raubte dem Wahl-Monegassen zuletzt die Chance auf seinen fünften Saisonsieg, stattdessen gingen die Silberpfeile leer aus. "Ich war nach den Ereignissen von Spanien schwer enttäuscht", sagte Rosberg. Mittlerweile hat der Vizeweltmeister den Blick aber nach vorne gerichtet und will seine WM-Führung ausbauen.

Hamilton gehörig unter Druck

Mit 100 Punkten führt er vor dem sechsten Saisonlauf souverän vor Kimi Räikkönen (61), Hamilton (57) und Ferrari-Star Sebastian Vettel (48). "Monaco ist eines meiner Heimrennen und die ultimative Fahrer-Strecke. Ich bin in der Stadt aufgewachsen und lebe noch immer hier. Das macht es für mich zu einem ganz besonderen Wochenende", sagte Rosberg. Familie und Freunde an der Strecke verliehen ihm zusätzlichen Schub. "Ein Sieg in Monaco ist ganz groß im Rennsport, darüber kommt eigentlich nur noch der WM-Titel", findet der 18-malige Grand-Prix-Sieger, der im Kampf um den nächsten Erfolg mit Konkurrenz durch die üblichen Verdächtigen rechnet: "Lewis, Ferrari und Red Bull sind sehr stark."

Während Rosberg zuletzt viel Selbstvertrauen tankte und starke Vorstellungen zeigte, steht Weltmeister Hamilton, der in Monaco im gleichen Gebäude wie Rosberg lebt, nach einigen Rückschlägen gehörig unter Druck. Kein einziges Mal landete der Brite in diesem Jahr ganz vorne, saisonübergreifend feierte sein deutscher Kontrahent bis zum "Silber-GAU" in Barcelona sogar sieben Erfolge in Serie. Trotzdem freut sich der Champion auf das Heimspiel, immerhin geht es für den 31-Jährigen genau wie für viele Kollegen ausnahmsweise nicht ins Hotel: "Ich kann zuhause schlafen. Das macht Spaß und sorgt für einen ganz anderen Rhythmus."

In den engen Straßen zwischen Casino und dem legendären Schwimmbad soll beim Konstrukteursweltmeister eine teaminterne Kollision wie in Barcelona derweil unbedingt verhindert werden. Das Team verschenkte durch die riskanten Manöver seiner Piloten insgesamt 43 wertvolle WM-Punkte und gab Youngster Max Verstappen im Red Bull die Chance zu seinem Sensationssieg. "Wir können es uns nicht leisten, nachzulassen. Deshalb müssen wir zusammenhalten, stark bleiben und an diesem Wochenende gestärkt zurückschlagen", sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff.

Eine Teamorder wird es jedoch weiterhin nicht geben, beide Fahrer dürfen ihr Duell offen auf der Strecke austragen. Rosberg und Hamilton seien beide Schuld gewesen, dass sie im Kiesbett landeten. "Ich habe einen sehr unglücklichen Rennunfall gesehen, den beide Seiten hätten verhindern können", sagte Wolff. Oberste Prämisse sei deswegen, dass beide Fahrer die Zielflagge sehen.