Royal-Experte Michael Begasse erklärt

Trump patzt beim Staatsbankett: "Der Queen tätschelt man nicht auf den Rücken"

6. Juni 2019 - 11:25 Uhr

Mini-Fauxpas beim Staatsbankett in London

Fast lief das Staatsbankett im Buckingham Palace am Montagabend ohne peinlichen Patzer ab, doch einen kleinen Fauxpas leistete sich US-Präsident Donald Trump dann doch noch: Er tätschelte der Queen auf den Rücken. Wieso er das nicht hätte machen sollen, erklärt Royal-Experte Michael Begasse im Video.

US-Präsident Donald Trump tätschelt halt gerne

Entertainment Bilder des Tages Entertainment Bilder des Tages  . 03/06/2019. London, United Kingdom. Queen Elizabeth II and President Trump at a State Banquet at Buckingham Palace in London on the first day of the PresidentÕs State Visit to the UK PU
Zum Staatsbankett brachte der US-Präsident seine Entourage mit, auch viele Familienmitglieder der Queen waren unter den Gästen.
© imago images / i Images, via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Queen Elizabeth darf von ihren Gästen nicht berührt werden, so lautet das königliche Protokoll. Daran soll sich Trump beim glamourösen Staatsbankett im Buckingham-Palast nicht gehalten haben. Der US-Präsident legte nämlich seine Hand auf den Rücken der Monarchin. Ein No-Go, meint Adels-Experte Begasse.

Trump hatte demnach vor den 170 Gästen im Saal seine Rede gehalten und sich dann der Queen zugewandt. Als sie zu seinem Toast aufstand, habe er sie am Rücken berührt. Elizabeth II. ließ sich aber offenbar nichts anmerken und setzte sich unbeeindruckt wieder.

. 03/06/2019. London, United Kingdom. President Trump and his wife Melania with Queen Elizabeth II and The Prince of Wales and The Duchess of Cornwall at a Ceremonial Welcome at Buckingham Palace in London at the start of The PresidentÕs State Visit
Trump schüttelte der 93-jährigen Queen zur Begrüßung die Hand.
© imago images / i Images, via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Dass der US-Präsident mit solchen Gesten und seiner einfachen Körpersprache auch gerne Mal seine Macht demonstriert, ist bekannt. Da lässt er sich auch von Glanz und Gloria des britischen Königshauses nicht abschrecken. Trump bleibt in London einfach Trump. Er tätschelt, schüttelt fest die Hände und meidet protokollarische Gewohnheiten wie den Knicks oder die Verbeugung vor der Queen. Das kommt bei den Royals gar nicht gut an, kommentiert Begasse.

Die Queen fand überraschend deutliche Worte

. 03/06/2019. London, United Kingdom. Queen Elizabeth II and President Trump at a State Banquet at Buckingham Palace in London on the first day of the PresidentÕs State Visit to the UK PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY xi-Imagesx/xPoolx IIM-19752-0
Trotz der deutlichen Worte verstanden sich die beiden Staatsoberhäupter augenscheinlich sehr gut.
© imago images / i Images, via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Donald Trump und First Lady Melania sind seit Montag zur dreitägigen Staatsvisite im Vereinigten Königreich. Zum Staatsbankett brachte der US-Präsident seine Entourage mit, auch viele Familienmitglieder der Queen waren unter den Gästen. Queen Elizabeth II. selbst, Herzogin Kate und Herzogin Camilla kamen allesamt in Weiß, genauso wie Trump Ehefrau Melania.

Die Queen betonte in ihrer Rede die "unverbrüchliche Band zwischen den beiden Nationen" seit dem Zweiten Weltkrieg, mahnte Trump zugleich ungewöhnlich deutlich zur Wahrung internationaler Institutionen. Angesichts der Opfer des Zweiten Weltkriegs hätten die beiden Länder mit anderen Verbündeten eine Reihe von internationalen Institutionen aufgebaut, um sicherzustellen, dass sich die "Schrecken des Konflikts" nicht wiederholten, sagte die 93 Jahre alte Monarchin. 

Für die Queen ist Trump bereits der zwölfte US-Präsident, den sie in ihrer langen Regentschaft trifft. Die Ehre eines Staatsbesuchs in Großbritannien wurde jedoch vor ihm nur Barack Obama und George W. Bush zuteil.

Staatsbesuch wird am Dienstag kritisch

U.S. President Donald Trump and British Prime Minister Theresa May attend a business roundtable event at St. James's Palace, London, Britain June 4, 2019. Tim Ireland/Pool via REUTERS
US-Präsident Trump hat am Dienstag die britische Premierministerin Theresa May getroffen.
© REUTERS, POOL, bj/kts

Nach einem größtenteils harmonischen Auftakt nähert sich der Staatsbesuch am Dienstag einem kritischen Moment. Der US-Präsident wird im Anschluss an ein Treffen mit Wirtschaftsvertretern am Morgen im Regierungssitz Downing Street erwartet. Trumps Verhältnis zur scheidenden Premierministerin Theresa May wurde immer wieder erschüttert von dessen öffentlicher Kritik am Brexit-Kurs und Sympathiebekundungen für ihren innerparteilichen Widersacher Boris Johnson.