Urteil nach Peinlich-Panne

Bank erhält "aus Versehen" überwiesene 500 Millionen Dollar nicht zurück

Citibank muss 500 Millionen Euro abschreiben.
© AP, Mark Lennihan, ML

18. Februar 2021 - 13:29 Uhr

Überweisungsfehler der Citigroup-Bank

Eine Bank überweist "aus Versehen" knapp über 500 Millionen Dollar zu viel – und die Empfänger rücken die Kohle einfach nicht wieder raus. Jetzt hat ein New Yorker Gericht im Banken-Beef das Urteil gefällt: Die Citigroup-Großbank hat keinen Anspruch auf die Rückzahlung von etwa 501 Millionen Dollar nach einem Überweisungsfehler. Dir Citibank habe "einen der gröbsten Schnitzer der Bankengeschichte begangen", schrieb Richter Jesse Furman in seinem Urteil.

"Einer der gröbsten Schnitzer der Bankengeschichte"

Die Großbank hatte im vergangenen August versehentlich 900 Millionen Dollar an Gläubiger des Kosmetikkonzerns Revlon überwiesen. Eigentlich wollte die Bank, die den Kredit verwaltete, lediglich Kreditzinsen in Höhe von 7,8 Millionen Dollar überweisen. Ausgezahlt wurde aber die gesamte Kreditsumme mitsamt der Zinsen. Als der Fehler auffiel, verlangte die Citigroup das Geld zurück, bekam aber nur 400 Millionen Dollar. Zehn Investmentfonds lehnten eine Rückzahlung ab. Der Fall landete deswegen vor Gericht.

Richter Jesse Furman erklärte in Manhattan, die Zahlungen am August 2020 seien "endgültige und vollständige" Transaktionen. Die Citigroup hatte als Kreditverwalter von Revlon insgesamt 893 Millionen Dollar an mehrere Gläubiger geschickt, obwohl nur Zinsen von 7,8 Millionen fällig waren. Die Bank sprach von menschlichem Versagen.

Zehn Gläubiger weigerten sich, das Geld zurückzuzahlen. Dies sei rechtens, erklärte Furman: "Zu glauben, dass die Citibank, eines der fortschrittlichsten Finanzinstitute der Welt, einen noch nie dagewesenen Fehler in Höhe von fast einer Milliarde Dollar gemacht habe, wäre grenzwertig irrational gewesen."

Die Citigroup kündigte Berufung an.

Quelle: Reuters / RTL.de