Moscheen geschlossen, Veranstaltungen abgesagt

Fasten in Zeiten von Corona: "So oder so wird es keinen normalen Ramadan geben"

24. April 2020 - 23:17 Uhr

Ramadan ist dieses Jahr ganz anders als sonst

Für rund 1,6 Milliarden Muslime weltweit beginnt der Fastenmonat Ramadan, doch dieses Jahr ist alles anders. Statt mit anderen Gläubigen in der Moschee zu beten und in großer Runde das Fasten zu brechen, muss in diesem Jahr jeder die Fastenzeit privat für sich verbringen. Wir haben muslimische Familie in Hamburg am ersten Abend des Ramadans beim Fastenbrechen begleitet. Wie dort in diesem Jahr gefeiert wird - im Video.

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Moscheen sind wegen Corona geschlossen

"Wir haben gewaltige Einschnitte und Einschränkungen", meint auch der Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek. Der Ramadan sei eigentlich ein "Monat der Gemeinschaftlichkeit", erklärt er, wegen der Corona-Pandemie müssen sich jetzt aber alle umstellen.

"Es ist Bürgerpflicht und auch religiöse Pflicht, alles zu tun, dass das Virus sich nicht weiterverbreitet", meint Mazyek. Er rät den Gläubigen darum, alles, so gut es geht, in die eigene Wohnung zu verlagern. Die Moscheen blieben vorerst geschlossen, doch selbst wenn die Corona-Maßnahmen Stück für Stück gelockert würden, kommen große Feiern und Veranstaltungen wie sonst nicht infrage. "So oder so wird es keinen normalen Ramadan geben", sagt der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime. Natürlich gebe es digitale Lösungen, aber das würde nicht das Gemeinschaftsgefühl ersetzen, dass sonst während des Fastenmonats herrsche.

Ramadan in Corona-Zeiten
Dieser Ramadan wird für die Muslime in Deutschland und weltweit ganz anders.
© RTL

Familien müssen im kleinen Kreis zuhause das Fasten brechen

Auch er wird nur mit seiner Frau und seinen Kindern ganz privat zuhause das Fastenbrechen begehen uns sich Zeit nehmen, sich mit dem Koran zu beschäftigen. "Die Gesundheit steht im Vordergrund", erklärt er. Daran werden sich auch die meisten anderen Muslime in Deutschland halten, ist er überzeugt.

Aber nicht nur hier, sondern weltweit müssen sich Muslime auf einen etwas anderen Fastenmonat einstellen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat darum spezielle Hinweise für Muslime veröffentlicht, um eine Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern. Neben gesteigerter Hygiene sollten Gläubige auf ausreichend Abstand achten und, wenn möglich, Treffen unter freiem Himmel abhalten.

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Ramadan in Zeiten von Corona
Die Familien müssen den Fastenmonat in diesem Jahr im engsten Kreis bei sich zuhause begehen.
© RTL

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