Fast 100 Millionen Kinder weltweit haben keinen Grundschulabschluss

Kinder im Grundschulalter
100 Millionen Kinder haben keine Chance auf Bildung.
dpa, Ralf Hirschberger

Unesco verfehlt ihre Ziele

Weltweit haben knapp 100 Millionen Kinder, die meisten in ärmeren oder krisengeschüttelten Ländern, auch 15 Jahre nach Beginn des Unesco-Programms 'Bildung für alle' nicht einmal Chancen auf einen Grundschulabschluss. Betroffen von dieser Bildungsmisere sei in den Problemländern jedes sechste Kind, heißt es in dem Bericht der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur.

Nur in etwa der Hälfte der Länder weltweit gebe es überhaupt flächendeckende Grundschulangebote für alle Kinder. Demnach habe nur ein Drittel der Länder die Ziele einer messbaren 'Bildung für alle' erreicht, teilte die Unesco mit. Nach Berechnungen sind zusätzlich gut 20 Milliarden Euro jährlich notwendig, um neue Bildungsziele bis 2030 zu erreichen.

Dennoch habe die Welt Fortschritte gemacht, erklärte Unesco-Chefin Irina Bokowa. So seien Millionen Kinder mehr in der Schule als die Trends der 1990er Jahre annehmen ließen. Aber immer noch 58 Millionen Kinder gingen nach weltweiten Zahlen von 2012 gar nicht zur Schule. Und trotz mancher Fortschritte könnten in 32 Ländern, vor allem im Süden des afrikanischen Kontinents, absehbar mindestens 20 Prozent der Kinder die Schule nicht abschließen.

Die Bildungsexpertin der Hilfsorganisation Oxfam, Sandra Dworack, sagte zu dem Bericht: "Das Risiko, die Grundschule nicht beenden zu können, ist für Kinder aus sehr armen Familien heute fünfmal höher als für solche aus sehr reichen. Auch auf weiterführenden Schulen und Universitäten sind die Chancen extrem ungleich verteilt - besonders arme, auf dem Land lebende Mädchen und Frauen werden ausgeschlossen."