Fan-Streik am Wochenende: Darum bleibt es in vielen Stadien 45 Minuten still

In der Vergangenheit haben die Bundesliga-Fans schon häufig gegen die aus ihrer Sicht verhassten Montagsspiele protestiert.
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30. November 2018 - 17:25 Uhr

Das Schweigen der Fans

Fans, die Schals schwenken, singen, brüllen, trommeln und koordinierte Fangesänge anstimmen – all das wird es am heute beginnenden Spieltag in der 1. und 2. Bundesliga sowie auch bei vielen Partien unterklassiger Ligen in vielen Stadien der Bundesrepublik nicht geben. Zumindest eine Halbzeit lang. Die aktiven Fanszenen streiken und wollen damit ein Zeichen setzen. Wir erklären die Hintergründe.

1. FC Nürnberg - Bayer Leverkusen: Erster Bundesliga-Kick am Montag

Der 13. Spieltag ist kein normaler, vor allem aus Fansicht. An diesem Montag kommt es in der Bundesliga beim Duell 1. FC Nürnberg gegen Bayer Leverkusen (20.30 Uhr) zum ersten Montagsspiel der laufenden Saison. Genau dieser Termin ist den Ultras ein Dorn im Auge und gleichzeitig Anlass für die neuerlichen Proteste.

Im Kern geht es beim anstehenden Fan-Streik also um die Abschaffung der Montagsspiele und eine Absage an fanunfreundliche Anstoßzeiten, auch wenn die DFL zuletzt angekündigt hatte, die Montagsspiele in der Bundesliga ab der Spielzeit 2021/2022 wieder einzudampfen. Die Fans tragen den Protest weiter in die Stadien - und das hat Gründe.

Montagsspiele sollen auch in anderen Ligen gekippt werden

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Diese Fans des FC St. Pauli halten wenig von den Spiele zum Wochenstart
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Denn mit diesem ersten Erfolg will sich das Fan-Bündnis nicht zufrieden geben, auch wenn es die geplante Abschaffung als Resultat der bisherigen Protest-Aktionen sieht. "Ziel erreicht? Pustekuchen!", schreiben die Anhänger in einem Statement, das von vielen Fanszenen veröffentlicht wurde. Den Gruppen geht es vor allem auch um Solidarität mit den Fans in den unterklassigen Ligen.

"Wir wollen Montagsspiele generell abschaffen – in jeder Liga! Deshalb werden wir unseren Protest genauso in die Stadien tragen, wie vor dieser Meldung. Setzen wir durch unseren 45-minütigen Boykott ein konkretes starkes Zeichen dafür, dass sich die Zweitligisten der Entscheidung der Erstligisten anschließen. Zeigen wir darüber hinaus, dass wir Montagsspiele konsequent und generell ablehnen", heißt es in der Stellungnahme der "Fanszenen Deutschlands", die ein Zusammenschluss vieler großer Fanszenen in Deutschland ist und den Stimmungsboykott organisiert.

Das Statement endet mit dem Aufruf: "Holen wir uns den Fußball zurück – von der ersten bis zur letzten Liga!"

In einem Positionspapier, das vor wenigen Monaten an DFL und DFB übergeben wurde, waren von dem "Fanszenen Deutschlands"-Bündnis weitere zentrale Punkte gebündelt worden. Dabei geht es unter anderem um die Abschaffung der "Englischen" Wochen, die Einhaltung bestimmter Anstoßzeiten (kein Freitagsspiel vor 19.30 Uhr, kein Samstags- und Sonntagsspiel vor 14 Uhr) und die Einhaltung der 300km-Regel. Durch Letztere sollen Begegnungen von Teams an Spielorten mit einer Entfernung von über 300 km verhindert werden, sofern sie nicht an einem Samstag stattfinden.