Familiennachzug im ersten Quartal 2018 rückläufig - bei Syrern sogar deutlich

Syrische Flüchtlinge kommen am 04.04.2016 in das Grenzdurchgangslager Friedland im Landkreis Göttingen (Themenbild)
Syrische Flüchtlinge kommen am 04.04.2016 in das Grenzdurchgangslager Friedland im Landkreis Göttingen (Themenbild)
© Swen Pfödpa, Swen Pförtner, spf pil cul csa dna

21. April 2018 - 10:09 Uhr

Anspruch auf Familiennachzug haben derzeit nur anerkannte Asylsuchende

Der Familiennachzug von Ausländern nach Deutschland hat nach einem Zeitungsbericht im ersten Quartal 2018 abgenommen - der aus Syrien sogar deutlich. So habe sich die Zahl der Familienzusammenführungen von syrischen Staatsangehörigen im Vergleich zum Vorjahresquartal in etwa halbiert, schreibt die 'Heilbronner Stimme' unter Berufung auf Kreise des Auswärtigen Amtes. 

Bis Ende Juli muss Bundesregierung neue Regelung präsentieren

27.551 Visa stellten die deutschen Auslandsvertretungen für den Familiennachzug im ersten Quartal dieses Jahres aus. Zum Vergleich: letztes Jahr zur gleichen Zeit waren es noch 32.459. Familienzusammenführungen von anerkannten Asylsuchenden schlüsselt das Ministerium in seiner Statistik nicht gesondert auf, wohl aber werde nach Nationalitäten unterschieden.

So erhielten 6.783 Syrer ein Visum für den Familiennachzug - nach 14.365 im ersten Quartal 2017. Die nächstgrößere Gruppe waren Iraker mit 2.592. Ein leichter Anstieg ergab sich bei Afghanen - von 431 im ersten Quartal 2017 auf 436 im ersten Quartal dieses Jahres.

Einen Anspruch auf Familiennachzug haben derzeit nur anerkannte Asylsuchende. Bis Ende Juli muss die Bundesregierung eine Regelung für Asylsuchende mit eingeschränktem Schutzstatus finden. Grundsätzlich haben sich SPD und Union auf ein zusätzliches Kontingent von 1.000 Nachzügen je Monat geeinigt, Details sind aber noch umstritten.