15. September 2017 - 9:38 Uhr

Der mutmaßliche Täter soll seine Frau bedroht haben

Nach dem Familiendrama mit drei Toten im Schwarzwald setzt die Polizei ihre Suche nach dem Täter fort. Wegen der Dunkelheit und des schlechten Wetters sei die Durchkämmung des vier Quadratkilometer großen Waldgebietes nordwestlich von Villingendorf am Sonntagabend abgebrochen worden. Es werde auch geprüft, ob der mutmaßliche Täter seine Ex-Partnerin längere Zeit bedroht habe. Darüber hatte der 'Schwarzwälder Bote' berichtet.

Sohn nach Einschulung erschossen

Der Flüchtige soll am Donnerstagabend seinen sechs Jahre alten Sohn, den neuen Lebensgefährten seiner Ex-Frau (34) und dessen Cousine (29) erschossen haben. Die Mutter des getöteten Jungen, der erst wenige Stunden vor der Tat eingeschult worden war, konnte zu einer Nachbarin flüchten. Ein drei Jahre altes Mädchen versteckte sich und blieb unverletzt. Während der Tat war ein weiterer Besucher gerade Getränke holen.

Am Wochenende hatten etwa 100 Beamte das Gebiet in der Nähe von Villingendorf durchsucht, wie die Polizei in Tuttlingen mitteilte. Unterstützung erhielten die Beamten von mehreren Hundestaffeln sowie einem Hubschrauber und einer Drohne. In der Nähe fanden die Ermittler den Wagen des 40-jährigen Tatverdächtigen.

Polizei sieht keine Gefahr für Anwohner in Villingendorf

Zeugen wollen am Donnerstag in dem Wald auch Schüsse gehört haben. Es bestehe aber keine Gefahrenlage, betonten die Ermittler. Es gebe keinen Grund, in dem Dorf oder der Region von seinem gewohnten Tagesablauf abzuweichen. Auch Spaziergänge oder Wanderungen seien ohne Bedenken möglich.

Nach dem verdächtigen Kroaten werde in Deutschland und international gefahndet. Auch die kroatischen Behörden seien eingebunden. Polizei und Staatsanwaltschaft gehen von einer Beziehungstat aus. Der Todesschütze habe kaltblütig und unvermittelt das Feuer auf seine Opfer eröffnet.

Der Täter schoss laut Polizei mit einer "Langwaffe", wohl aus Beständen der ehemaligen jugoslawischen Armee. Von den gefundenen Patronenhülsen könne aber noch nicht auf das Modell geschlossen werden, sagte ein Polizeisprecher. Die Munition passe zu mehreren Waffensystemen. Aktuell gehen die Ermittler gehen davon aus, dass der Mann die Waffe noch bei sich führt.