Prozess erst 2021

Familie von George Floyd verklagt vier Polizisten

Der Anwalt der Familie des getöteten George Floyds teilt der Presse die Details der Eingereichten Klage mit.
© AP, David Joles, Joles, David

16. Juli 2020 - 12:10 Uhr

Klage gegen Stadt Minneapolis und vier Polizisten

Die Familie des gewaltsam getöteten Afroamerikaners George Floyd hat Klage gegen die Stadt Minneapolis und vier Polizisten wegen widerrechtlicher Tötung eingereicht. Der Bürgerrechtsanwalt Ben Crump erklärte am Mittwoch, der Fall sei "der Wendepunkt für die Polizeiarbeit in Amerika".

"Black lives matter": Tötung löste internationale Proteste aus

Die Klage wurde vor einem Bundesgericht in der Stadt im Bundesstaat Minnesota eingereicht. Der 46-jährige Floyd war dort am 25. Mai bei einem Polizeieinsatz ums Leben gekommen, nachdem ein weißer Beamter ihn minutenlang mit dem Knie auf dem Hals zu Boden gedrückt hatte. Sein Tod löste in zahlreichen US-Städten und in anderen Ländern Demonstrationen gegen Rassismus und Polizeigewalt aus.

Hauptangeklagter im Fall George Floyd plädiert auf "nicht schuldig"

FILE - This May 31, 2020, file photo provided by the Hennepin County Sheriff shows former Minneapolis police Officer Derek Chauvin, who was arrested for the May 25 death of George Floyd. As George Floyd told Minneapolis police officers that he couldn
Der ehemalige Polizist Derek Chauvin hatte sein Knie rund acht Minuten auf den Hals des am Boden liegenden George Floyds gedrückt.
© AP

Die Polizeibeamten hatten Floyd wegen des Verdachts, mit einem falschen 20-Dollar-Schein bezahlt zu haben, festgenommen. Sie drückten ihn auf der Straße zu Boden. Der weiße Beamte Derek Chauvin drückte sein Knie rund acht Minuten lang in Floyds Hals, während dieser flehte, ihn atmen zu lassen. Floyd verlor das Bewusstsein und starb an Ort und Stelle.

Der Prozess, der erst 2021 beginnt, sorgt schon jetzt für Aufsehen. Bei einer ersten Zusammenkunft im Gericht plädierte der aus dem Gefängnis per Video zugeschaltete Hauptangeklagte Derek Chauvin auf "nicht schuldig". Chauvin wird unter anderem Mord zweiten Grades vorgeworfen, worauf in Minnesota bis zu 40 Jahre Haft stehen. Den übrigen Ex-Polizisten wird Beihilfe zur Last gelegt. Einer von ihnen, J. Alexander Kueng, plädierte auf nicht schuldig und berief sich auf das Recht der Anwendung verhältnismäßiger Gewalt zur Selbstverteidigung. Das zeigt ein bei Gericht eingereichtes Dokument.

Internationale "Black Lives Matter"-Bewegung ausgelöst

Der Fall des getöteten George Floyds hat international Proteste gegen Polizeigewalt gegenüber Schwarzen und strukturellen Rassismus ausgelöst. Auch in den sozialen Medien beteiligten sich Menschen aus aller Welt an den Protestbewegungen.