Gewalttat in Rot am See

Familie ausgelöscht: Adrian S. (26) trat vor Verbrechen extra in Schützenverein ein

Rot am See: Vor einem Haus erinnern niedergelegte Rosen und Kerzen an die Bluttat.
Rot am See: Vor einem Haus erinnern niedergelegte Rosen und Kerzen an die Bluttat.
© DPA

28. April 2020 - 15:27 Uhr

Sechs Familienangehörige in Rot am See ermordet

Im Januar eröffnete Adrian S. (26) im Gasthaus seines Vaters in Rot am See das Feuer auf seine Familie. Sechs Menschen tötete der Sportschütze, darunter auch seine Eltern. Nun hat die Staatsanwaltschaft Ellwangen Anklage gegen ihn erhoben und sagt: Der Angeklagte trat extra in den Schützenverein ein, um das Verbrechen vorzubereiten.

Mord in sechs Fällen und zweifacher versuchter Mord

Adrian S. wird Mord in sechs Fällen und zweifacher versuchter Mord vorgeworfen, teilte die Staatsanwaltschaft am Montag mit. Der Beschuldigte soll bereits längere Zeit geplant haben, seine Mutter und seine Halbschwester wegen angeblicher Misshandlungen zu töten. Dafür sei er in einen Schützenverein eingetreten und habe eine Pistole gekauft.

Nach einer Beerdigung sei es Ende Januar zu einem Familientreffen gekommen. Der 26-Jährige hat dort laut Anklage zuerst auf seine Mutter geschossen und dann seinen Vater, seine zwei Halbgeschwister sowie einen Onkel und eine Tante getötet. Seine schwer verletzte Mutter soll er danach mit einem gezielten Kopfschuss umgebracht haben.​

26-Jähriger soll selbst die Polizei gerufen haben

Zwei weitere Verwandte - einen Onkel und eine Tante - schoss er den Angaben zufolge an. Sie überlebten. Laut Staatsanwaltschaft hat der 26-Jährige insgesamt 30 Schüsse abgegeben. Er hatte nach der Tat selbst die Polizei gerufen und war daraufhin festgenommen worden.

Der Beschuldigte habe die Taten gestanden. Der Prozess soll nach Gerichtsangaben am 29. Juni beginnen. Hierfür wird laut Staatsanwaltschaft auch ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag gegeben. Möglicherweise liege eine paranoide Schizophrenie vor.