Obduktionen bestätigen Tod durch Ertrinken

Familie ertrinkt im Hotelpool: Welche Rolle spielte das Absaugsystem?

Bei dem Unglück kamen der Vater (52), sein Sohn (16) und die Tochter (9) ums Leben.
Bei dem Unglück kamen der Vater (52), sein Sohn (16) und die Tochter (9) ums Leben.
© REUTERS, JON NAZCA, JN/PAS

26. Dezember 2019 - 15:39 Uhr

Autopsie bestätigt: Alle drei im Hotelpool ertrunken

Während ihres Urlaubs an der Costa del Sol sind an Heiligabend ein Mädchen, sein großer Bruder und sein Vater im Pool einer Hotelanlage ertrunken. Nur die Mutter und ein drittes Kind der britisch-amerikanischen Familie überlebten. Die Ursache des Unglücks im andalusischen Mijas im Süden Spaniens sei noch nicht ermittelt, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Ein Problem mit der Pool-Pumpe werde nicht ausgeschlossen.

Tochter gerät in Not, Vater und Bruder kommen ihr zur Hilfe

Die Neunjährige sei beim Schwimmen in Not geraten, hieß es in Medien unter Berufung auf Augenzeugen. Der 52 Jahre alte Vater und der 16-jährige Bruder, beide etwa 1,90 Meter groß, seien ihr zu Hilfe geeilt. Sie seien selbst in Schwierigkeiten geraten und nicht mehr aus dem Pool gekommen. Die Mutter hatte verzweifelt um Hilfe gerufen, wie es hieß. Hotelangestellte eilten herbei, die Verunglückten wurden aus dem Wasser gezogen. Wiederbelebungsmaßnahmen seien aber erfolglos geblieben.

Wie die Regionalzeitung "Sur" am Donnerstag unter Berufung auf die Behörden berichtete, wurde im Saugrohr die Schwimmkappe der Neunjährigen gefunden. Ein Hotelangestellter, der ins Wasser gesprungen sei, um den in Not geratenen Gästen zu helfen, habe zudem ausgesagt, er habe Probleme gehabt, wieder aus dem Pool zu kommen, so das Blatt. Allerdings sei nach dem Unglück bei einer Überprüfung des Saugsystems durch die Polizei kein Defekt entdeckt worden.

Mutter und eine weitere Schwester in Schockzustand

Alle drei Opfer wurden am Mittwoch in Málaga einer Autopsie unterzogen. Dabei sei Ertrinken zweifelsfrei als Todesursache ermittelt worden. Keine der Leiche weise verdächtige Verletzungen oder Anzeichen einer Vergiftung etwa durch Chlor auf, sagte ein Polizeisprecher.

Die Mutter habe die aus dem Wasser geborgenen leblosen Körper berührt und die ganze Zeit gebetet, dass die drei wieder zu sich kommen, berichtete ein Hotelgast der britischen Zeitung "Mirror": "Sie hat sogar noch gebetet, als die Leute von der Ambulanz mit den Wiederbelebungsmaßnahmen aufgehört haben."

Aufgrund von defekten Saugrohren ist es bereits mehrfach zu Unfällen in Pools gekommen. So starb eine Zwölfjährige aus Russland im vergangenen Sommer in einem Hotelpool in der Türkei, weil ihr Arm von einer Pumpe angesaugt wurde. Erst nach 15 Minuten konnte sie befreit werden. Sie wurde reanimiert, starb aber einige Tage später. Im Sommer 2011 war eine 13-Jährige aus Deutschland auf ähnliche Weise in einem nicht zugelassenen Hotelpool in Bulgarien gestorben.