22. Dezember 2016 - 15:08 Uhr

"Ich hätte meine Hand für ihn ins Feuer gelegt"

Er ist womöglich DER Held von Berlin: Lukasz U.. Der polnische Lkw-Fahrer, mit dessen Wagen der gesuchte Attentäter über den Berliner Weinachtsmarkt am Breitscheidplatz fuhr, soll mit dem Terroristen gekämpft und so vermutlich Schlimmeres verhindert haben. Seine Familie feiert ihn als Lebensretter.

Nicht nur Polen trauert um Lukasz U., den Lkw-Fahrer, der bei dem Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt getötet wurde, und - der womöglich zahlreiche Menschenleben gerettet und somit Schlimmeres noch verhindert hat. Denn die Obduktion beweist: Lukasz U. lebte noch bis zu der schrecklichen Bluttat und soll gegen den Plan des Attentäters angekämpft haben. Er hinterlässt seine Frau und einen 17-jährigen Sohn.

Seitdem der 37-Jährige, der für eine Spedition bei Stettin arbeitete, nach der Bluttat tot in der Fahrerkabine aufgefunden wurde, ist auch für seine Familie nichts mehr wie es war. Das schreibt Cousin und Speditionsbesitzer Ariel Zurawski auf der Facebook-Seite des Unternehmens. Er lobt das getötete Familienmitglied in den höchsten Tönen - als Arbeiter wie als Mensch: "Er war ein gewissenhafter Mensch." Und fügt hinzu: "Ich hätte meine Hand für ihn ins Feuer gelegt".

Das sieht auch die Schwägerin von Lukasz U. so - für sie ist der polnische Lastwagen-Fahrer ein Held, wie sie gegenüber 'Bild' verrät: "Er war ein ganz lieber Mensch, natürlich sind wir stolz, dass er so viele Menschen gerettet hat, aber vor allem sind wir traurig."

Ariel Zurawski mutmaßt, der Angreifer müsse seinen Cousin beim Einsteigen ins Fahrerhaus überrumpelt haben. Denn dieser sei mit rund 120 Kilo ein stattlicher Mann und sicherlich nicht einfach zu überwältigen.

Dass der Pole ein Terror-Opfer ist, steht auch für die polnische Presse außer Frage. Lukasz U. sei "brutal ermordet" worden, berichtet das polnische Fernsehen. "Der Wagen wurde gekidnappt", schreibt das Boulevardblatt 'Fakt'. Sollten sich Berichte bestätigen, nach denen der Pole dem Täter ins Lenkrad griff und somit weitere Opfer verhinderte - würde sich das Bild des gewissenhaften Mannes komplettieren.