Betrügerbande führt Frau hinters Licht

Falscher Polizist bringt Rentnerin dazu, ihr Haus zu verkaufen

Polizeibeamte stellten einen besonders dreisten Betrüger.
© dpa, Karl-Josef Hildenbrand, kjh sab msf sja

02. April 2020 - 17:47 Uhr

Frau verkauft ihr Haus für fast drei Millionen Euro

Dieser Betrug bietet Stoff für einen Kriminalroman: In München wurde ein 70-jährige Frau von Trickbetrügern derart manipuliert, dass sie ihr fast drei Millionen Euro teures Haus verkauft hat, um von diesem Geld Diamanten zu erwerben und sie den Betrügern zu übergeben. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung.

Mann gibt sich als falscher Polizeibeamter aus

Die Staatanwaltschaft hat jetzt Anklage gegen einen 31-Jährigen erhoben: Der Mann hatte im März 2019 erstmals Kontakt zu der Frau und hat sich als Polizeibeamter ausgegeben. Er behauptete laut Anklage, ihre Adresse sei auf einer Liste einer Einbrecherbande entdeckt worden.

Die dreiste Masche hat Erfolg, wie die Staatsanwaltschaft berichtet: Bereits im März und April 2019 übergibt die Rentnerin Gold und Uhren im Wert von etwa 305.000 Euro an die Betrüger. Die Männer erklärten der Seniorin, sie seien Polizisten, die ihre Wertsachen sicher verwahren.

Nach Übergabe gestellt

Seit Juni 2019 rief der Betrüger die Frau dann fast täglich an. Er erzählt ihr, dass ein anderer Polizist von der rumänischen Mafia festgehalten und bedroht werde. Der Mann will weiteres Geld von der Frau, um die vermeintliche Geisel befreien zu können. Sie sei jetzt Teil einer verdeckten Operation. Die Frau lenkt ein und verkauft ihr Haus für 2,9 Millionen Euro.

Auf Anweisung des Mannes kauft sie mit dem Geld Diamanten für 2,5 Millionen Euro. Am dritten September sollte die Übergabe stattfinden - und zwar so: Die Frau soll die Diamanten und eine Schweizer Uhr vor ihre Haustür legen. Der Angeklagte holt den Koffer ab. Mit einer Sache rechnet er aber nicht. Zivilpolizisten haben Wind von der Sache bekommen und nehmen ihn direkt nach der Übergabe fest. Der Mann bestreitet die Tat und schweigt seitdem. Seine Dreistigkeit könnte dennoch jetzt schon in die Geschichtsbücher eingehen - für eine 17-seitige Anklageschrift hat es schonmal gereicht.