Wie kommt es zu den Fehlern?

Falsche Testergebnisse durch Probleme im Labor

Eine Laborantin bereitet Corona-Proben für die weitere Analyse vor. Foto: Sven Hoppe/dpa/Symbolbild
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28. Oktober 2020 - 19:31 Uhr

Ein Labor in Bayern soll 58 falsch positive Ergebnisse ausgegeben haben

Einem Zeitungsbericht des Münchener Merkur zufolge waren 58 von 60 wiederholten Tests aus dem Augsburger MVZ-Labor tatsächlich negativ. Das Isar-Amper-Klinikum in München habe sich über die Häufung positiver Fälle bei ihren Patienten gewundert, die man sich nicht erklären konnte, und deshalb einen zweiten Test beantragt. Bei diesem Kontrolltest habe dann das Labor die Fehler aufgedeckt. Der Fehler sei im Isar-Amper-Klinikum in Taufkirchen (Vils) am Samstag aufgefallen, bestätigte auch Bezirkssprecherin Susanne Büllesbach gegenüber "dpa".

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Führt die Vielzahl an Tests zu Fehlern?

Die Geschäftsführerin des MVZ-Labors erklärte gegenüber dem Münchener Merkur, dass aufgrund eines Lieferausfalls die notwendigen Materialien für Tests gefehlt haben. "Aufgrund des hohen Probenaufkommens und des fehlenden Zubehörs war eine Kontrolle positiver Ergebnisse nicht in allen Fällen zeitnah möglich."

Unnötige Isolierung und Quarantäne

Die Nachricht, dass die Testergebnisse doch negativ waren, sorgt nicht nur für Erleichterung. Schließlich waren zahlreiche Patienten isoliert und alle Kontaktpersonen kontaktiert wurden. Dabei wäre eine Quarantäne gar nicht notwendig gewesen.

Kommen falsch positive Ergebnisse häufig vor?

Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen erklärte, dass falsch positive Ergebnisse eine grundsätzliche Fehlermöglichkeit aller diagnostischen Verfahren im medizinischen Bereich seien. Die Behörde geht davon aus, dass bei korrekter Anwendung der derzeitigen Testverfahren bei den Coronatests eine nahezu hundertprozentige Genauigkeit vorliegt. Nach Angaben einer Sprecherin hat das LGL aber keinen vollständigen Überblick über die Verfahren, die in privaten Laboren eingesetzt werden. Eine Aussage über die Anzahl falsch positiver Tests sei daher nicht möglich.

Vor einigen Tagen war auch der FC-Bayern-Fußballer Serge Gnabry positiv auf Corona getestet worden. Nach einem halben Dutzend Kontrolluntersuchungen, die alle negativ waren, wird auch in diesem Fall von einem falsch positiven Ergebnis ausgegangen.

Die Stadt Augsburg teilte nach der Panne bei dem örtlichen Dienstleister mit, dass die Kommune die Abstriche aus ihrem Testzentrum nicht in dem privaten Augsburger Büro analysieren lasse.

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Quelle: RTL.de/DPA