Falsche Medikation bei Pfeifferschem Drüsenfieber: Wegen eines Antibiotikums wäre Celina (12) fast erstickt

14. März 2018 - 16:19 Uhr

Leider ein Antibiotikum verabreicht

Es ist ein Albtraum für die ganze Familie Januchowksi: Fast wäre die 12-jährige Celina erstickt. Und das wegen einer falschen ärztlichen Diagnose: Die Virusinfektion Pfeiffersches Drüsenfieber wurde nicht erkannt. Für Papa Andreas ist das unfassbar. Er hat jetzt Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung gegen den Arzt erstattet.

Wegen Halsschmerzen und Fieber in Notfallpraxis

Eigentlich fängt alles relativ harmlos an. Celina klagt über starke Halsschmerzen. Da diese aber nicht besser werden und das hohe Fieber von fast 40 Grad nicht sinken will, fährt die dreiköpfige Familie - Andreas Januchwoski, seine Ehefrau und Celina - in die Notfallpraxis in Erkelenz in Nordrhein-Westfalen.

Arzthelferin stellt Antibiotkum aus

Es ist zwar spät abends und das Wartezimmer ist leer, dennoch muss die Familie fast eine Stunde warten, bis sie von einer Arzthelferin in den Behandlungsraum gerufen wird. "Die Sprechstundenhilfe untersuchte meine Tochter an Nase, Ohr und Mund, telefonierte dann zwei Mal mit dem Arzt, der dann die Diagnose der Sprechstundehilfe übernahm und ihr Ampicillin verordnete", sagt der Vater. Ein Antibiotikum gegen bakterielle Infektionen. Ausgestellt auf einem Blanko-Formular, welches schon unterschrieben gewesen sein soll.

Celina wird auf die Intensivstation gebracht

Am nächsten Morgen wird es dann dramatisch: Celina leidet unter Atemnot und bekommt starken Ausschlag. Vater und Tochter fahren mit einem Notarztwagen in die Kinderklinik, wo Celina sofort auf die Intensivstation gebracht wird. Die Haut der 12-Jährigen ist am gesamten Körper wie verbrannt. Erst jetzt erfährt Andreas, dass seine Tochter an Pfeifferschem Drüsenfieber erkrankt ist - einer Virusinfektion: "Die Arzthelferin konnte dem Arzt offensichtlich keine geeignete Diagnose geben und hat meine Tochter dadurch in Lebensgefahr gebracht."

Heute, fast zwei Monate später, geht es Celina wieder besser. Die "Verbrennungen" an ihrem Körper klingen langsam ab. Doch die Wunden bei Vater Andreas sind noch lange nicht verheilt. Der Nordrhein-Westfale hat jetzt Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung gegen den Arzt erstattet.

Ampicillin nur bei bakteriellen Infektionen

Das verabreichte Antibiotikum Ampicillin ist ein gängiges Mittel, das vor allem bei bakteriellen Infektionen, wie Mandelentzündungen verschrieben wird. Zu Nebenwirkungen, wie Hautausschlag und Bläschenbildung kann es kommen, wenn das Mittel in Zusammenhang mit Virusinfektionen, zum Beispiel Pfeifferschem Drüsenfieber eingesetzt wird.