Fall Uwe Barschel: Neue DNA-Spuren sichergestellt

Bis heute sind die Todesumstände des vierfachen Familienvaters und CDU-Politikers Uwe Barschel ungeklärt.
Bis heute sind die Todesumstände des vierfachen Familienvaters und CDU-Politikers Uwe Barschel ungeklärt.
© dpa, Werner Baum

11. Oktober 2012 - 6:32 Uhr

Mysteriöser Tod vor 25 Jahren

Rund 25 Jahre nach dem mysteriösen Tod des CDU-Politikers Uwe Barschel gibt es in dem Fall eine neue Spur: Ermittler des Landeskriminalamts Kiel fanden DNA-Rückstände einer fremden Person unter anderem an der Kleidung, die der ehemalige Ministerpräsident von Schleswig-Holstein in der Nacht seines Todes trug. Das bestätigte der frühere schleswig-holsteinische CDU-Landtagsabgeordnete Werner Kalinka.

Das genetische Material des Unbekannten einem Bericht der 'Welt am Sonntag' zufolge noch gut genug erhalten, um es mit möglichen Verdächtigen vergleichen zu können. Ein und dieselbe Person habe ihre Spuren auf der Strickjacke, den Socken und der Krawatte des Toten sowie auf dem Handtuch des Hotelzimmers hinterlassen.

Todesumstände noch immer ungeklärt

Kalinka sagte dem Blatt, durch die Funde habe sich der Verdacht erhärtet, dass Barschel ermordet worden sei. "Die Staatsanwaltschaft Lübeck ist nun nachdrücklich aufgefordert, die Ermittlungen wieder aufzunehmen." In den vergangenen Jahrzehnten sei die Arbeit der Staatsanwaltschaft Lübeck "alles andere als ruhmvoll" gewesen. "Es drängt sich geradezu die Frage auf, ob an bestimmten Ermittlungen kein oder nur wenig Interesse besteht."

Noch im vergangenen Jahr hatte die Generalstaatsanwaltschaft nach einer Strafanzeige von Barschels Witwe Freya wegen des Verdachts der Strafvereitelung im Amt die Kieler Anklagebehörde mit einer Untersuchung beauftragt. In der Anzeige gegen Unbekannt ging es um ein fremdes Haar aus Barschels Genfer Hotelbett, das bei der Staatsanwaltschaft Lübeck verschwunden war.

Ungeklärt ist noch immer die Spur zum israelischen Geheimdienst Mossad. Wie ein Ex-Agent in seinem Buch schreibt, soll Barschel von einem geheimen Waffendeal zwischen dem Iran und Israel gewusst haben. Als er vorgehabt habe, diesen platzen zu lassen, soll ein Killerkommando auf den Politiker angesetzt geworden sein.

Uwe Barschels Leiche wurde am 11. Oktober 1987 in einer Badewanne eines Genfer Hotels entdeckt. Zuvor hatte er nach einer Verleumdungskampagne gegen seinen politischen Konkurrenten Björn Engholm und einer daraus resultierenden verlorenen Landtagswahl sein Amt als schleswig-holsteinischer Ministerpräsident niedergelegt.

Trotz der zahlreichen Spekulationen und Spuren sind die Todesumstände des vierfachen Familienvaters bis heute ungeklärt.