Fall Susanna F.: Ermittlungen gegen Bundespolizei-Chef Dieter Romann

Die 14-jährige Schülerin Susanna F. wurde am 6. Juni 2018 tot in Wiesbaden aufgefunden.
Die 14-jährige Schülerin Susanna F. wurde am 6. Juni 2018 tot in Wiesbaden aufgefunden.
© dpa, Boris Roessler, brx htf

27. September 2018 - 17:39 Uhr

Ermittlungsverfahren gegen Bundespolizei-Chef im Fall Susanna F. eingeleitet

Weil er im Fall "Susanna F." einen Mordverdächtigen möglicherweise illegal nach Deutschland gebracht hat, ermittelt die Frankfurter Staatsanwaltschaft gegen Bundespolizei-Chef Dieter Romann. Es bestehe der Verdacht der Freiheitsberaubung, sagte eine Sprecherin. "Es wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet." Zuvor hatte der Südwestrundfunk (SWR) darüber berichtet.

Ali Bashar setzte sich in den Irak ab, wurde aber von deutschen Behörden zurückgeholt

Die 14-jährige Susanna F. aus Mainz wurde nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei im Mai in Wiesbaden vergewaltigt und umgebracht. Der Verdächtige Ali Bashar setzte sich zunächst in den kurdisch kontrollierten Nordirak ab, wurde dann aber von kurdischen Sicherheitskräften verhaftet und abgeschoben. Schließlich wurde er von der Bundespolizei nach Deutschland überführt. Bei seiner anschließenden Vernehmung gestand Ali Bashar, das Mädchen umgebracht zu haben, bestritt aber eine Vergewaltigung.

Die Abschiebung aus dem Nordirak, bei der Romann dabei war, stieß auf Skepsis von Rechtsexperten und auf Kritik der irakischen Zentralregierung, da es laut Bagdad kein Auslieferungsabkommen zwischen dem Irak und Deutschland gibt. Ali Bashar wurde in einem Flugzeug aus dem Irak zum Frankfurter Flughafen gebracht. Die RTL-Reporterin Kavita Sharma war mit an Bord - wie sie Ali im Flugzeug erlebt hat, sehen Sie in unserem Video.

Romann saß mit Ali Bashar im Flugzeug nach Deutschland

Dr. Dieter Romann
Der Präsident des Bundespolizeipräsidiums, Dr. Dieter Romann, war maßgeblich an der Rückführung von Ali Bashar beteiligt.
© deutsche presse agentur

Gegen Dieter Romann liegen inzwischen mehrere Anzeigen wegen der Überführung von Ali Bashar vor. Zuvor hatten die Staatsanwaltschaften in Wiesbaden und Potsdam den Fall laut SWR-Bericht geprüft und sich schließlich für nicht zuständig erklärt. Frankfurt sei zuständig, weil es sich bei dem Flugzeug, in dem Romann und der Tatverdächtige saßen, um eine Lufthansa-Maschine gehandelt habe. Die Airline hat ihren faktischen Unternehmenssitz in Frankfurt.

Quelle: DPA/RTL.de