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Fall Peggy: Neue Zeugin aufgetaucht

Seit 2001 wird Peggy vermisst.
Seit 2001 wird Peggy vermisst.
© dpa, Polizei

25. März 2014 - 11:23 Uhr

Wiederaufnahme des Falls?

Vor zwölf Jahren ist die kleine Peggy Knobloch aus Lichtenberg (Oberfranken) verschwunden. Jetzt sieht alles danach aus, als ob der Prozess neu aufgerollt werden könnte. Grund: Eine neue Zeugin. Diese sei dem damals zuständigen Gericht in Hof nicht bekannt gewesen. Auch die Staatsanwaltschaft hält eine Wiederaufnahme des Verfahrens für möglich.

"Wir würden uns dem nicht verschließen", sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Herbert Potzel. Das wiederum erfreut den Anwalt des in dem Mordfall verurteilten Ulvi K., Michael Euler. Er begrüßt, "dass sich die Staatsanwaltschaft der Wiederaufnahme nicht entgegenstellt".

Der Fall wirft seit Jahren Fragen auf: Peggy war im Mai 2001 auf dem Schulweg spurlos verschwunden. Drei Jahre später wurde der geistig behinderte Ulvi K. wegen Mordes an dem Mädchen verurteilt. K. legte ein Geständnis ab, das kleine Mädchen getötet zu haben, um den Missbrauch an ihr zu vertuschen. Dieses Geständnis widerrief er später.

Bei dem Verfahren gegen Ulvi K. handelte es sich um einen Indizienprozess - die Leiche des Mädchens wurde bis heute nicht gefunden, der 28-jährige Angeklagte bestreitet die Tat nach wie vor. Der Fall bewegte die Bundesrepublik. Die Sonderkommission Peggy ging etwa 5.000 Hinweisen aus der Bevölkerung nach. Bundesweit wurden 25.000 Plakate mit dem Bild der Neunjährigen und ihres roten Schulranzens ausgehängt - ohne Erfolg.

Dieses Jahr kam dann heraus, dass ein wichtiger Zeuge Ulvi K. im damaligen Prozess zu Unrecht belastet hat und einige Zeugen nicht einmal befragt wurden, die Peggy später noch lebend gesehen hatten.

Ermittlungen gegen Holger E.

Seit September ermittelt die Staatsanwaltschaft zudem gegen einen 29-jährigen Mann aus Halle. Holger E. steht unter Verdacht, Peggy ermordet zu haben, das bestätigte Herbert Potzel, Chef der Bayreuther Staatsanwaltschaft.

Holger E. gehörte zu den engsten Freunden von Peggys Familie. In den Monaten vor ihrem Verschwinden war er oft zu Besuch. Die Polizei hatte ihn bereits damals unter Verdacht. Nach den Informationen von 'Antenne Bayern' hatte er die Ermittler damals wegen seines Alibis belogen. In Vernehmungen hatte er behauptet, Peggy sei für ihn "wie eine Schwester" gewesen.

Weil Holger E. seine Tochter missbraucht hat, sitzt er seit Februar 2013 für sechs Jahre in Haft. Zusätzlich ermitteln die Staatsanwaltschaften Bayreuth und Halle wegen zwei weiterer Missbrauchsfälle gegen ihn. Die Staatsanwaltschaft Bayreuth wurde insbesondere durch das Buch 'Der Fall Peggy' erneut auf Holger E. aufmerksam.

Wann über eine Wiederaufnahme des Verfahrens entschieden wird, ist derzeit noch unklar.

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