Jugendhilfe seit 2014 bei Familie

Fall "Mia": Zweite Babyleiche vielleicht Zwillingsschwester – Mutter von Jugendhilfe betreut

Eine Babyleiche wurde zwischen Altkleidern entdeckt.
Eine Babyleiche wurde zwischen Altkleidern entdeckt.
© dpa, Roland Weihrauch, hpl

03. Dezember 2018 - 17:26 Uhr

Nach Babyfund in Polen: 35-jährige Duisburgerin festgenommen

Das tote Baby "Mia" wurde vor zwei Wochen beim Sortieren von Altkleidern in Polen gefunden. Am Wochenende hat die Polizei dann eine 35-jährige Frau im nordrhein-westfälischen Duisburg festgenommen und eine zweite Babyleiche entdeckt. Die Polizei vermutet jetzt, dass die Babys Geschwister sind.

Polizei prüft DNA der Babyleichen

Die Ermittler wollen jetzt herausfinden, ob es sich bei der zweiten Babyleiche um die Zwillingsschwester von "Mia" handelt. "Die Vermutung liegt derzeit nahe", sagt eine Polizeisprecherin. Gewissheit soll nun eine DNA-Untersuchung von "Mia" liefern. In den kommenden Tagen sollen dafür Gewebeproben aus Polen eintreffen.

Die festgenommene 35-Jährige gestand die Geburt des zweiten Kindes. Sie bestreitet aber, die Mutter von "Mia" zu sein. Der zuständige Richter erließ Haftbefehl wegen Totschlags. Die Tatverdächtige hat nach Angaben von Staatsanwalt Alexander Bayer wohl noch drei weitere Kinder: Eine Tochter lebe bei ihr. Zwei jüngere Kinder sollen in Pflegefamilien untergebracht sein.

Mutter von Jugendamt betreut

Wie heute bekannt wurde, ist die Jugendhilfe der Stadt Duisburg schon seit 2014 in der Familie aktiv. Mehrere Stunden pro Woche sei eine ambulante Familienhilfe eingesetzt, teilte die Stadtverwaltung mit. Die Mitarbeiter konfrontierten die 35-Jährige bereits im September mit einer potentiellen Schwangerschaft. Die Frau verneinte dies wohl vehement - auch gegenüber ihren Eltern, die im gleichen Haus wohnen, und ihren Kindern.

Dem Jugendamt sind bei vermuteten Schwangerschaft wohl die Hände gebunden, teilte die Stadt Duisburg mit. "Familiengerichtliche Maßnahmen sind nur in äußerst eingeschränkten Maße und nur bei einer nachweisbaren offensichtlichen Gefährdung des ungeborenen Kindes möglich", hieß es.