Fall Maria L.: Hier wird Hussein K. in Griechenland festgenommen

08. Dezember 2017 - 20:54 Uhr

Verdächtiger soll in Griechenland vorbestraft sein

Der mutmaßliche Mörder der 19-Jährigen Studentin Maria aus Freiburg soll in Griechenland bereits vorbestraft sein. Das berichtet das Magazin 'Stern'. Demnach soll Hussein K. im Jahr 2013 eine Studentin auf der griechischen Insel Korfu überfallen und eine Klippe hinabgeworfen haben. Seine damalige Anwältin hat ihn wiedererkannt. "Ja, das ist der junge Mann, den ich 2013 verteidigt habe. Ich habe keine Zweifel", sagte Maria-Eleni Nikopoulo.

Opfer auf Korfu überlebte schwer verletzt

Der Angeklagte sei 2014 zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt worden. Nach etwa eineinhalb Jahren sei er nach einem Beschluss der Justiz unter Auflagen freigelassen worden. "Wie er nach Deutschland kam, kann ich nicht sagen", so die Anwältin weiter. Die Tätowierungen am Körper des Verdächtigen habe sie nicht sehen können. Der junge Mann sei in einem Gefängnis für Minderjährige auf dem Festland untergebracht gewesen. 

Videoaufnahmen aus dem griechischen Fernsehen sollen ihn kurz nach seiner Festnahme auf Korfu zeigen. Die Bilder sind mittlerweile drei Jahre alt.

Sein Opfer soll bei dem Angriff auf Korfu schwer verletzt worden sein, überlebte aber. Laut 'Stern' soll K. festgenommen und vernommen worden sein. Offenbar bezweifelten die Ermittler damals ebenfalls, dass der Täter tatsächlich erst 17 Jahre alt sei. Hussein K. sitzt derzeit in Untersuchungshaft. Er steht im Verdacht die Freiburger Studentin Maria L. vergewaltigt und ermordet zu haben.

Die Leiche der 19-Jährigen wurde im Fluss Dreisam gefunden. Die Medizinstudentin war mit ihrem Fahrrad auf dem Heimweg von einer Uni-Party gewesen, als sie Opfer der Verbrechens wurde. Der Mordverdächtige war im Jahr 2015 nach Deutschland eingereist und lebte danach als minderjähriger unbegleiteter Flüchtling bei einer Familie.

Nach seiner Festnahme am Freitag in Freiburg äußerte sich der Jugendliche trafen den Ermittlern zufolge bislang nicht. Auch gebe es bisher keinen Hinweis darauf, dass sich der Flüchtling und das Opfer kannten, sagte die Polizeisprecherin. Ein 18,5 Zentimeter langes blondiertes schwarzes Haar am Tatort hatte die Ermittler auf die Spur gebracht.

Nun sollen unter anderem Gäste der Studentenparty befragt werden, auf der das Opfer zuvor gewesen war. Fotos der Feier werden erneut gesichtet - ebenso wie Videomaterial aus der Straßenbahn, in der der Verdächtige in der Tatnacht gefahren war. Die Auswertungen sollen helfen, den genauen Tathergang zu rekonstruieren.