26. Juni 2019 - 19:21 Uhr

Der kommissarische SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel glaubt nicht, dass der mutmaßliche Mörder von Regierungspräsident Walter Lübcke völlig allein gehandelt hat. Das Geständnis von Stephan E. mache deutlich, dass man in dem Fall von einem rechtsextremistischen Hintergrund ausgehen müsse, sagte Schäfer-Gümbel am Mittwoch am Rande eines Sommerfests der SPD-Fraktion in Berlin. "Ich will aber gleichzeitig sagen, dass ich an die Theorie des Einzeltäters nicht glaube." Es sei wahrscheinlich, dass es Mitwisser oder Unterstützer gegeben habe, das zeige die Erfahrung aus den NSU-Morden.

Der Rechtsstaat müsse mit allen Mitteln für Transparenz und für Aufklärung sorgen, forderte Schäfer-Gümbel. Die hessischen Sicherheitsbehörden müssten erklären, "warum ein bekannter Rechtsextremist seit 2009 nicht mehr beobachtet wurde".

Der 45-jährige Stephan E. hat gestanden, Lübcke getötet zu haben, und angegeben, er habe die Tat alleine vorbereitet und durchgeführt. Generalbundesanwalt Peter Frank schloss am Mittwoch aber nicht aus, dass es Helfer oder Mittäter geben könnte. Angaben zum Motiv gab es zunächst nicht. E. ist mehrfach vorbestraft und fiel in früheren Jahren durch Kontakte in die rechtsextreme Szene auf. Zuletzt hatte ihn der Verfassungsschutz nicht mehr auf dem Radar.

Quelle: DPA