RTL News>News>

Fall Franco A.: Wehrmachts-Andenken in weiterer Kaserne entdeckt

Fall Franco A.: Wehrmachts-Andenken in weiterer Kaserne entdeckt

Was verbirgt sich im Jahr 2017 noch alles in Bundeswehr-Kasernen?

Nach dem Skandal um Franco A. sorgt wieder ein Standort mit Wehrmachts-Andenken für Schlagzeilen. Für das Verteidigungsministerium hat das jedoch "keine strafrechtliche Relevanz".

Helme und andere Wehrmachts-Devotionalien entdeckt

Im Aufenthaltsraum, dem sogenannten Bunker, des Jägerbataillons 291 der Bundeswehr in Illkirch bei Straßburg (Frankreich) hängt am 03.05.2017 eine Maschinenpistole MP 40 an der Wand. Dort war der terrorverdächtige Oberleutnant Franco A. stationiert.
Im Aufenthaltsraum, dem sogenannten Bunker, des Jägerbataillons 291 der Bundeswehr in Illkirch bei Straßburg.
pse fpt, dpa, Patrick Seeger

In der Affäre um rechtsextremistische Umtriebe unter Bundeswehrsoldaten haben Ermittler in einer weiteren Kaserne Wehrmachts-Devotionalien entdeckt. Im baden-württembergischen Standort Donaueschingen wurde nach einem Hinweis eine Vitrine mit Wehrmachts-Stahlhelmen vor der Kantine vorgefunden, wie 'Spiegel Online' meldete.

Außerdem seien Inspekteure beim Jägerbataillion 292 in der Fürstenberg-Kaserne auf einen mit Wehrmachts-Andenken ausgeschmückten Raum gestoßen. Bilder daraus wurden dem Verteidigungsministerium vorgelegt, hieß es. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums bestätigte den Bericht. Er sagte, die in der Kaserne gefundenen Gegenstände hätten "keine strafrechtliche Relevanz". Was man dort entdeckt habe, sei im Stil dessen, was auch in Illkirch zu sehen gewesen war.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte nach den Enthüllungen über den terrorverdächtigen und mutmaßlich rechtsextremen Offizier Franco A. gesagt, sie rechne damit, dass noch weitere rechtsextreme Vorfälle bekannt werden. In dessen Kaserne im französischen Illkirch hatte das Jägerbataillon 291 einen Raum mit gemalten Wehrmachtssoldaten in Heldenposen ausgeschmückt. Beide Jägerbataillone gehören zur Deutsch-Französischen Brigade.

Schon 2012 Vorfall mit 4-Meter-Hakenkreuz in Kaserne von Franco A.

franco bundeswehr soldat.jpg
Das Doppelleben des Syrienflüchtlings/Bundeswehrsoldaten Franco A. wirft viele Fragen auf.

Oberleutnant Franco A. (28) hatte ein bizarres Doppelleben als falscher Flüchtling geführt und womöglich einen Anschlag geplant. In der Kaserne in Illkirch gab es nach 'Bild' bereits 2012 einen Skandal mit Nazi-Symbolen. Entsprechende Informationen habe das Verteidigungsministerium bestätigt, berichtet das Blatt. Bundeswehrsoldaten hätten in der Nacht des 7. November 2012 ein vier Meter großes Hakenkreuz auf den Boden der Kaserne gestreut. Anlass sei offenbar ein deutlicher Sieg des FC Bayern im Champions-League-Spiel gegen den französischen Fußballclub OSC Lille gewesen.

Der Fall sei damals unverzüglich den direkten Vorgesetzten sowie dem Ministerium und dem Militärischen Abschirmdienst (MAD) gemeldet worden. Laut Verteidigungsministerium seien damals 20 Soldaten vernommen, drei von ihnen mit Geldbußen belegt und aus der Bundeswehr entlassen worden. Franco A. war damals aber noch nicht in Illkirch. Er wurde erst im Februar 2016 zum dem Jägerbataillon versetzt, das als einziger Bundeswehr-Kampfverband außerhalb Deutschland stationiert ist.

Von der Leyen hatte bei einem Besuch in der Kaserne Illkirch deutlich gemacht, dass die Wehrmacht als Streitkraft im nationalsozialistischen Deutschland in keiner Form traditionsstiftend für die Bundeswehr sei. "Einzige Ausnahme sind einige herausragende Einzeltaten im Widerstand. Aber sonst hat die Wehrmacht nichts mit der Bundeswehr gemein."

Oberleutnant Franco A. (28) hatte ein bizarres Doppelleben als falscher Flüchtling geführt und womöglich einen Anschlag geplant. In der Kaserne in Illkirch gab es nach 'Bild' bereits 2012 einen Skandal mit Nazi-Symbolen. Entsprechende Informationen habe das Verteidigungsministerium bestätigt, berichtet das Blatt (Samstag). Bundeswehrsoldaten hätten in der Nacht des 7. November 2012 ein vier Meter großes Hakenkreuz auf den Boden der Kaserne gestreut. Anlass sei offenbar ein deutlicher Sieg des FC Bayern im Champions-League-Spiel gegen den französischen Fußballclub OSC Lille gewesen.

Der Fall sei damals unverzüglich den direkten Vorgesetzten sowie dem Ministerium und dem Militärischen Abschirmdienst (MAD) gemeldet worden. Laut Verteidigungsministerium seien damals 20 Soldaten vernommen, drei von ihnen mit Geldbußen belegt und aus der Bundeswehr entlassen worden. Franco A. war damals aber noch nicht in Illkirch. Er wurde erst im Februar 2016 zum dem Jägerbataillon versetzt, das als einziger Bundeswehr-Kampfverband außerhalb Deutschlands stationiert ist.

Von der Leyen hatte bei einem Besuch in der Kaserne Illkirch deutlich gemacht, dass die Wehrmacht als Streitkraft im nationalsozialistischen Deutschland in keiner Form traditionsstiftend für die Bundeswehr sei: "Einzige Ausnahme sind einige herausragende Einzeltaten im Widerstand. Aber sonst hat die Wehrmacht nichts mit der Bundeswehr gemein."