Der Grund ist der fehlerhafte Umgang mit dem Berliner Weihnachtsmarkt-Attentäter Anis Amri

Leiter des Landesverfassungsschutzes von Mecklenburg-Vorpommern entlassen

MV-Verfassungsschutzchef Müller muss gehen
© dpa, Jens Büttner, jbu jat

13. Januar 2021 - 17:25 Uhr

Weihnachtsmarkt-Attentat: Innenminister Renz zieht personelle Konsequenzen

Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Torsten Renz (CDU) hat den Leiter des Landesverfassungsschutzes, Reinhard Müller, entlassen. Damit zog der Minister am Mittwoch personelle Konsequenzen aus dem Agieren der Behörde im Zusammenhang mit Informationen zum Berliner Weihnachtsmarkt-Attentäter Anis Amri. Müller hatte eingeräumt, dass eine V-Mann-Aussage zum möglichen Umfeld Amris nicht sofort an die zuständigen Ermittler weitergereicht wurde.

Anschlag auf Breitscheidplatz ist vier Jahre her

Amri hatte am 19. Dezember 2016 in Berlin einen Lastwagenfahrer erschossen und war dann mit dessen Fahrzeug über den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche gerast, wo er elf Menschen tötete.

Frühere Mitarbeiter des Verfassungsschutzes in Mecklenburg-Vorpommern hatten im Amri-Untersuchungsausschuss des Bundestags ausgesagt, Vorgesetzte hätten Hinweise eines Informanten auf mögliche Helfer Amris aus dem Berliner Clan-Milieu nicht an die ermittelnden Polizisten weitergeben wollen.

Der Informant hatte angeblich im Februar 2017 in Berlin mitgehört, dass Amri bei der Vorbereitung des Anschlags und seiner anschließenden Flucht Unterstützung von einer Berliner Familie mit arabischen Wurzeln erhalten haben soll. Generalbundesanwalt Peter Frank sagte, er hätte es für richtig gehalten, wenn das Bundeskriminalamt und seine Behörde damals sofort informiert worden wären. Erst 2019 war die Information dort angekommen, weil sich ein V-Mann-Führer selbst an die Bundesbehörden gewandt hatte. Das Agieren des Verfassungsschutzes in Mecklenburg-Vorpommern war im Bundestag und auch im Landtag in Schwerin auf scharfe Kritik gestoßen.

Quelle: DPA / RTL.de