Uni Wien dementiert angebliches Forschungsergebnis

Vorsicht vor Fake-News: Ibuprofen macht nicht anfällig für Coronavirus

17. März 2020 - 13:02 Uhr

Kein erwiesener Zusammenhang zwischen Ibuprofen und Coronavirus

Derzeit geistert eine Warnung durch die sozialen Medien, in der behautet wird, eine Ibuprofen-Einnahme sorge für schwere Covid-19-Verläufe. Als Quelle wird ein angebliches Forschungsergebnis der Universität Wien genannt. Am Samstagmittag stellte die Universität via Twitter klar: Es handelt sich um eine Falschmeldung. "Hallo, hier ist Elisabeth, die Mama von Poldi"... so beginnt die Sprachnachricht. Was es mit der Fake-News genauer auf sich hat, sehen Sie im Video.

Update vom 17. März 2020: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät Menschen bei Verdacht auf eine Infektion mit dem neuen Coronavirus davon ab, ohne ärztlichen Rat das Medikament Ibuprofen einzunehmen. 

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Uni Wien: Es handelt sich um "Fake News"

"Achtung, bei den derzeit kursierenden WhatsApp-Text- und Sprachnachrichten rund um angebliche Forschungsergebnisse der "Wiener Uniklinik" zu einem Zusammenhang zwischen Ibuprofen und Covid19 handelt es sich um #FakeNews, die in keinerlei Verbindung mit der #MedUniWien stehen", teilte die Uni über ihren offiziellen Twitter-Account mit.

In der Sprachnachricht, die unter anderem über WhatsApp verbreitet wird, behauptet eine junge Mutter: Ibuprofen sei Schuld an den schweren Verläufen und der hohen Sterblichkeit durch die Lungenerkrankung Covid-19, die durch das neue Coronavirus SARS-CoV-2 verursacht wird. Die Frau habe die Information von einer Freundin, die an der Universität Wien arbeite. Als was, sagt sie nicht. Es gebe "sehr stichhaltige Beweise, dass Ibuprofen die Vermehrung des Virus beschleunigt".

Im Gespräch mit RTL sagte Prof. Dr. Hendrik Streek, Leiter der Virologie am Universitätsklinikum Bonn, es gebe keinen erwiesenen Zusammenhang zwischen dem Coronavirus und der Einnahme des Schmerzmittels Ibuprofen.

Gesundheitsministerium warnt vor Falschmeldungen

Falschmeldungen, die über soziale Medien verbreitet werden und zusätzlich Ängste schüren, verstärken die Sorge vor den Folgen des Coronavirus. Deshalb hat auch das Gesundheitsministerium am Samstag via Twitter vor "Fake News" und Panikmache gewarnt. "Es wird behauptet und rasch verbreitet, das Bundesministerium für Gesundheit/die Bundesregierung würde bald massive weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens ankündigen. Das stimmt NICHT!", schrieb das Ministerium.

Weiter heißt es in der Mitteilung: "Diese und ähnliche Falschinformationen verunsichern gerade viele Bürgerinnen und Bürger. Bitte helfen Sie mit, ihre Verbreitung zu stoppen und sie richtig zu stellen. Lassen Sie uns gerade jetzt besonnen bleiben und einander auch unter Stress vertrauen."

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