Achtung, Falschmeldung!

Die häufigsten Fake News rund um das Coronavirus

17. März 2020 - 13:05 Uhr

Rasante Verbreitung über Whatsapp, Facebook & Co.

Atemtests zur Selbstdiagnose, höheres Risiko durch Ibuprofen, Schließungen von Supermärkten: Solche angeblichen Insider-Informationen zum Coronavirus verbreiten sich derzeit wie ein Lauffeuer in den sozialen Medien. Dabei schüren diese Falschmeldungen nicht nur zusätzlich Verunsicherung, sondern können uns auch schaden. Die häufigsten Fake News im Überblick – und warum sie nicht haltbar sind.

Corona-Selbstdiagnose: 10 Sekunden Atem anhalten

Falsch

Diese Anleitung kursiert in verschiedenen Versionen, meist auf Englisch: Durch 10-sekündiges Luftanhalten soll angeblich festgestellt werden können, ob man mit dem Coronavirus infiziert ist oder nicht. Wem dies ohne Engegefühl in der Brust oder ähnliches gelinge, "habe keine Fibrose in der Lunge und sei demnach höchstwahrscheinlich frei von Covid-19".

Richtig

Um festzustellen, ob man sich mit Covid-19 infiziert hat, ist unbedingt eine ärztliche Untersuchung notwendig. Hierfür werden Abstriche aus dem Mund-Rachen-Raum entnommen. Ein Selbsttest hat keinerlei Aussagekraft.

Alle 15 Minuten Wasser trinken schützt vor einer Infektion

Falsch 

Ein weiterer Tipp lautet: Wer alle 15 Minuten ein paar Schlucke Wasser trinkt, spült eventuell vorhandene Coronaviren aus der Mundhöhle in den Magen, wo sie durch die Magensäure zerstört werden. So könne keine Ansteckung erfolgen.

Richtig

Ausreichend trinken ist zwar generell empfehlenswert, schützt jedoch nicht vor einer Infektion. Die Viren gelangen über sämtliche Schleimhäute in den Körper, so auch Augen und Nase, erklärt Ulrike Protzer, Professorin für Virologie an der TU München, dem Bayerischen Rundfunk.

RTL NEWS empfiehlt

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Ibuprofen sorgt für schwere Corona-Verläufe

Falsch 

Auf Whatsapp kursiert eine Sprachnachricht einer besorgten Mutter, die ihre Infos aus angeblichen Insider-Kreisen der Uni Wien bezieht. Demnach sei Ibuprofen Schuld an den schweren Verläufen und der hohen Sterblichkeit durch die Lungenerkrankung Covid-19, die durch das neue Coronavirus SARS-CoV-2 verursacht wird.

Richtig

Zunächst hieß es, zwischen dem Medikament Ibuprofen und dem Coronavirus gäbe es keine Zusammenhänge. Am 17. März 2020 empfohl die WHO jedoch, bei Coronavirusverdacht ohne ärztlichen Rat kein Ibuprofen einzunehmen.

Der Katastrophenschutz schließt Supermärkte

Falsch

Per Whatsapp und Co. wird die Meldung einer Frau verbreitet, die vor der Schließung mehrerer Aldi-Filialen durch den Katastrophenschutz warnt. Auch gemäß anderen Meldungen stehe der komplette Lockdown in Deutschland kurz bevor.

Richtig

Sowohl Aldi als auch das Gesundheitsministerium (BMG) stellen klar: Lebensmittelgeschäfte bleiben geöffnet. In einem Tweet warnt das BMG davor, diesen "Fake News" Glauben zu schenken und sie weiterzuverbreiten. Chef-Virologe Christian Drosten von der Charité Berlin warnt weiterhin vor irrationalen Hamsterkäufen: "Es ist kompletter Unsinn, sich mit irgendetwas einzudecken, das nicht verderblich ist. Die Lager sind voll."

Gewisse Lebensmittel beugen einer Ansteckung vor

Falsch 

Im Netz kursieren zwar zahlreiche Rezepte mit Knoblauch, die angeblich gegen das Coronavirus helfen sollen. Auch rohe Zwiebeln sollen der Lungenkrankheit vorbeugen.

Richtig

Knoblauch und Zwiebeln sind gesund. Und ja, Knoblauch kann z. B. bei einer Erkältung durch antibiotische Inhaltsstoffe beim Gesundwerden unterstützen. Es gibt aber keinen Hinweis darauf, dass das Essen der Knollen vor dem Virus schützt! Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt ausdrücklich vor solchen Falschnachrichten.

Produkte aus China und Italien sind gefährlich

Falsch

Warnungen vor Produkten und Lebensmitteln aus China machen nach wie vor die Runde. Da das Coronavirus mehrere Tage auf Oberflächen überleben kann, sollen Asia-Shops, Obst aus Italien oder Pakete aus China demnach vollständig gemieden werden.

Richtig

Die Tröpfcheninfektion durch den direkten Kontakt zwischen Menschen birgt das größte Risiko, sich mit dem Virus anzustecken. RTL-Medizinexperte Dr. Specht: "Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht aktuell nach wie vor davon aus, dass das Virus nur ein paar Stunden, maximal wenige Tage auf Oberflächen existieren kann." Das Risiko einer Ansteckung über Oberflächen hält er für sehr gering: "Das gilt auch für Waren, die aus China kommen."

Cannabis-Öl schützt vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus

Falsch

Die regelmäßige Einnahme von Cannabidiol - kurz CBD - soll uns weniger anfällig für Virusinfektionen machen. Diese Vermutung hat ein US-amerikanischer Arzt über seinen Social-Media-Account verbreitet. CBD soll z.B. in Form von Öl unter anderem unser Immunsystem stärken.

Richtig

Zwar werden Cannabidiol als Wirkstoff aus Cannabis beruhigende und stressregulierende Eigenschaften nachgesagt, Belege gibt es dafür aber nicht. Auch nicht für den Schutz vor dem Virus: Das Öl auf das Kopfkissen zu träufeln oder sich damit einzureiben, schadet zwar nicht, es nützt aber genauso wenig.

Das Einreiben mit Sesamöl hilft vor dem Coronavirus

Falsch

Das Einreiben mit Sesamöl soll Gerüchten zufolge das Eindringen des Coronavirus in den Körper verhindern.

Richtig

Sesamöl ist zwar lecker und es kommt häufig in asiatischen Gerichten vor, aber als Schutz gegen das Coronavirus dient es nicht.

UV-Desinfektionslampe töten das Coronavirus

Falsch

Im Netz werden zahlreiche, angeblich schützende UV-Lampen angeboten, die desinfizierend wirken sollen und versprechen, Viren und Keime abzutöten.

Richtig

Vorsichtsmaßnahmen wie angeblich schützende UV-Lampen können mitunter mehr Schaden anrichten, als dass sie helfen. Die WHO warnt sogar davor, Hände oder andere Körperteile mit einer UV-Lampe zu sterilisieren, da dies zu Hautverletzungen führen kann.