Fair Fashion geht auch günstig

Experten-Tipps für einen nachhaltigen Kleiderschrank

17. September 2019 - 15:07 Uhr

von Lauren Ramoser

Faire Mode hat sich längst vom angestaubten Öko-Image verabschiedet und ist in Sachen Style nicht mehr von konventionellen Massentextilien zu unterscheiden. Doch was sind die größten Unterschiede zur tendenziell eher umweltschädlichen Textilindustrie? Philipp Rodemann betreibt den grünen Store "Fairfitters" und hat Tipps, wie jeder seinen Kleiderschrank nachhaltig und vor allem günstig umstellen kann!

Was bedeutet nachhaltige Produktion?

Fair Fashion hat es vom Nischenmarkt zum Trend geschafft – und damit hoffentlich zur Produktion der Zukunft. Mittlerweile gibt es jedes Kleidungsstück und alle Accessoires in fair produziert. Das bedeutet, dass sowohl die verwendeten Materialien aus einem pestizidfreien Anbau stammen als auch der Anbau an sich nachhaltig ist. Beides lässt sich an verschiedenen Siegeln erkennen.

Die Landwirtschaft wird nicht für den massenweisen Anbau der Baumwollpflanze ausgebeutet – was schwierig ist, da die Pflanze sehr viel Wasser benötigt. Fair-Fashion-Labels benutzen dafür Alternativen, um den Wasserverbrauch während der Produktion zu verringern.

Auch die faire Bezahlung der Näherinnen und Näher ist ein wichtiger Punkt: Bei herkömmlich produzierten Shirts oder Jeans bleibt für die Näher nur ein Hungerlohn von ein paar Cents. Faire Produktion schließt auch die faire Bezahlung der Näher ein.

Auch ganz egoistische Gründe sprechen für nachhaltige Produktion, denn was mit vielen Chemikalien hergestellt wird, überträgt diese beim Tragen auch auf die Haut. Waschen hilft nicht, da beispielsweise die Farbe nur durch Chemikalien im Stoff hält. Auch die stylische Waschung einer Jeans hinterlässt Spuren - und das nicht nur in den Lungen der Arbeiter. Die feinen Partikel setzen sich im Stoff fest und werden später auf die Haut des Jeans-Trägers übertragen. 

Was kostet Fair Fashion?

Neue, nachhaltig produzierte Kleidung ist teurer als die Shirts der Mode-Ketten wie H&M, Primark Zara & Co.. Aber preislich können die fairen Labels mittlerweile durchaus mit angesagt Marken wie Levis oder Adidas mithalten.

"Wenn ich meine Jeans in den deutschen Fußgängerzonen für 29,90 Euro kaufe, dann ist der Sprung zu unseren Hosen natürlich relativ hoch", erklärt Philipp Rodemann, "wenn ich aber zu den großen Brands gehe, dann liegen wir noch unter dem Preisniveau." Eine nachhaltig produzierte Jeans aus guten Materialien, die zu 100 Prozent aus Bio-Baumwolle besteht und keine Kunstfasern enthält, kostet bei Fairfitters ab 89 Euro, sagt der Laden-Inhaber.

Auch faire Shirts gibt es im Netz schon ab 16 Euro – der Unterschied ist also auch hier eher gering. Preislich wirkt sich vor allem die Masse der gekauften Kleidungsstücke auf das Budget aus.

Wo bekomme ich faire Mode?

Mittlerweile gibt es in jeder größeren Stadt moderne Läden mit nachhaltig produzierter Kleidung. Auch im Internet gibt es unter dem Schlagwort "faire Mode" jede Menge Onlineshops, die sich durch transparente Produktionsschritte auszeichnen.

Warum ist nachhaltige Produktion so wichtig?

Zusammengenommen umfasst eine nachhaltige Kleidungsstück also alle Schritte der Produktion: Herkunft, Anbau, Materialien und die Bezahlung der Beteiligten. Philipp Rodemann ist sich sicher:"Der wichtigste Aspekt für mich ist Respekt. Einmal gegenüber der Natur und dann gegenüber den Menschen, die beteiligt sind."

Im Video gibt der Laden-Inhaber Tipps, wie man seinen Kleiderschrank nachhaltig auch mit kleinem Budget gestalten kann!