Fahrer nach Bus-Tragödie bei Dresden im Visier der Ermittlungen

Nach dem tödlichen Busunglück bei Dresden konzentrieren sich die Ermittlungen auf den Fahrer des polnischen Reisebusses.
© dpa, Roland Halkasch

21. Juli 2014 - 19:18 Uhr

Ermittlungen wegen Verdachts der fahrlässigen Tötung.

Nach dem schwersten Busunglück in Deutschland seit Jahren fokussieren sich die Ermittlungen nun auf den Fahrer des polnischen Reisebusses, der die Tragödie überlebte. Mindestens zehn Menschen starben bei dem Unfall auf der Autobahn 4 bei Dresden, 69 wurden in der Nacht zum Samstag zum Teil lebensgefährlich verletzt. Der Verdacht der Staatsanwaltschaft: fahrlässige Tötung.

Bei dem Unfall war der polnische Reisebus, der nach Westen unterwegs war, gegen 2 Uhr morgens auf einen Bus aus der Ukraine aufgefahren. Durch die Wucht des Aufpralls schleuderte der Doppeldecker über die Autobahn und raste durch die Leitplanke auf die Gegenfahrbahn. Dort krachte er in den polnischen Kleinbus, stürzte etwa zehn Meter eine Böschung hinunter und überschlug sich.

Der 44-Jährige Fahrer ist mittlerweile befragt worden. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Dresden, Lorenz Haase sagte, bisher habe sich bei den Ermittlungen kein neuer Stand ergeben. Den Verdacht, der Fahrer könne am Steuer eingeschlafen sein, bestätigten die Behörden nicht.

Neun Opfer schweben noch in Lebensgefahr

In dem polnischen Bus waren laut Passagierliste 65 Gäste an Bord, dazu zwei Fahrer und ein Reiseleiter. Nach Informationen des Busunternehmens wurde das Fahrzeug erst kürzlich technisch überprüft.

Den 150 herbeigerufenen Rettern bot sich ein Bild der Verwüstung. Acht der neun Insassen des Kleinbusses und zwei Menschen aus dem Reisebus kamen ums Leben. Bisher wurden sechs der zehn Todesopfer identifiziert – vier Männer und zwei Frauen aus Polen. 69 Menschen aus den beiden polnischen Fahrzeugen wurden verletzt, 39 davon schwer, neun Opfer schweben noch in Lebensgefahr. In dem Bus aus der Ukraine, in dem eine Reisegruppe nach Nürnberg fuhr, wurden vier Menschen leicht verletzt.

Die A4, die von Eisenach in Thüringen bis nach Görlitz an der Grenze zu Polen führt, war an der Unfallstelle rund zwölf Stunden voll gesperrt. Da das Unglück mit dem Beginn der Sommerferien in Sachsen zusammenfiel, bildeten sich lange Staus.