Polnischer Fahrer aus dem Leben gerissen: Er wollte noch ein Weihnachtsgeschenk für seine Familie kaufen

21. Dezember 2016 - 12:17 Uhr

Identifikationsfoto war so drastisch, dass man es der Ehefrau nicht zeigen wollte

Ariel Zurawski ist schlagartig in die Öffentlichkeit gerückt - auf eine sehr traurige Weise, denn sein Cousin wurde im Führerhaus des Todes-Lkw von Berlin erschossen. Der Spediteur aus Sobiesmysl, einem kleinen Ort bei Stettin unweit der deutschen Grenze, musste noch in der Nacht auf die Polizeistation, um seinen Cousin Lukasz auf Fotos zu identifizieren.

"Es war mit Sicherheit zu sehen, dass er gekämpft hatte", beschreibt Zurawski das drastische Polizeifoto. "Es waren Stichwunden zu sehen." Das Foto sei angeblich so drastisch gewesen, dass man der Ehefrau des Toten den Anblick ersparen wollte. Was genau in dem Führerhaus des Lkw passiert ist, gibt der Berliner Polizei allerdings noch Rätsel auf. Klar ist nur, Zurawskis Cousin wird Opfer eines Terroristen.

"Er fragte mich zuvor noch, ob er es bis Donnerstag schafft zurückzukommen, weil er seiner Frau noch ein Weihnachtsgeschenk machen wollte", berichtet Zurawski den Journalisten. Am Montagnachmittag sei sein Cousin nicht erreichbar gewesen. Zurawski hatte nichts Gutes geahnt: "Als ich die Nachricht bekam, dass mein Wagen abends durch Berlin gefahren ist, habe ich gewusst, dass etwas Schlimmes passiert sein muss", erzählt der Spediteur, dem insgesamt acht Lastwagen gehören. Eigentlich sollte sein Fahrer zu diesem Zeitpunkt pausieren.

Über seinen Cousin findet Zurawski nur gute Worte: Er sei ein gewissenhafter Fahrer und ein guter Mensch gewesen. "Wenn er am Samstag zwei Bier getrunken hat, ist er am Sonntag nicht in den Wagen gestiegen." Die Familie ist erschüttert. Der Vater seines Cousins musste noch am Abend ins Krankenhaus eingeliefert werden, dort erhält er starke Beruhigungsmittel, wie Zurawski erzählt. Dann zeigt er den Journalisten ein Selfie seines Cousins auf dem Handy, das nur wenige Stunden vor dessen Tod in einem Berliner Bistro aufgenommen worden sein soll.