Fachkräftemangel: Mehr Jobs für Frauen und Ältere

22. Juni 2011 - 19:24 Uhr

Merkel will mehr Fachkräfte-Zuwanderung ermöglichen

In Deutschland herrscht Fachkräftemangel - dagegen muss etwas unternommen werden. Das Bundeskabinett hat nach Angaben aus Regierungskreisen ein Konzept zur Fachkräftesicherung beschlossen. Auf 30 Seiten beschreibt die Bundesregierung darin, wo sie Handlungsbedarf sieht, damit Deutschland trotz Bevölkerungsschwundes nicht die Fachkräfte ausgehen. Die Regierung setzt dabei vor allem auf eine Ausweitung der Erwerbstätigkeit von Frauen und Älteren sowie bessere Qualifizierung von jungen Leuten.

Unterdessen sind Kanzlerin Angela Merkel und Teile ihres Kabinetts mit den Spitzen der Wirtschaftsverbände und der Gewerkschaften zusammen gekommen. Die Bundeskanzlerin will die Hürden für eine gezielte Zuwanderung von Fachkräften aus Nicht-EU-Staaten noch weiter senken. Die Aufhebung der Vorrangprüfung für Ingenieure und Ärzte sei nur ein erster Schritt gewesen, sagte Merkel vor einem Gespräch mit den Spitzen der Gewerkschaften und der Wirtschaft auf Schloss Meseberg. "Wir werden weitere Schritte folgen lassen, um gezielte Zuwanderung zu ermöglichen", kündigte die CDU-Chefin an. Deutschland müsse sich aber auch stärker um Fachkräfte aus den EU-Staaten bemühen.

Die Bundesregierung hatte zuvor ein Fachkräftekonzept verabschiedet, das vor allem auf eine stärkere Beschäftigung von Frauen und Älteren sowie bessere Qualifizierung von jungen Leuten setzt. Der Zuzug von Ingenieuren und Ärzten aus Nicht-EU-Staaten wurde dadurch erleichtert, dass Arbeitgeber bei ihrer Einstellung nicht mehr nachweisen müssen, dass kein inländischer Bewerber zur Verfügung stand.

Viele Frauen träumen davon, Kind und Beruf zu vereinbaren. Annika Päsler zeigt, dass man trotz Nachwuchs auch einen Vollzeitjob haben kann. Sie hat sich zu Hause ein so genanntes Home-Office eingerichtet und kann so als zahnmedizinische Fachkraft arbeiten. "Das hat den Vorteil, dass ich für meinen Sohn da sein kann", sagt die Mutter.