Hier ist der Fachkräftemangel am größten

Das sind die gesuchtesten Berufe in Deutschland

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12. August 2019 - 7:43 Uhr

An Klempnern mangelt es am meisten

Klempner, Sanitärinstallateure und Heizungs- und Klimatechniker sind die begehrtesten Berufe in Deutschland - zumindest aus Arbeitgebersicht. In keiner anderen Branche dauert es so lange, freie Stellen zu besetzen. Das geht aus einer neuen Analyse der Bundesagentur für Arbeit zu Fachkräfteengpässen hervor.

Altenpflege folgt an zweiter Stelle

Demnach sind fast zwei Drittel aller freien Stellen in diesen Gewerken länger als drei Monate unbesetzt - durchschnittlich sogar 200 Tage. An zweiter Stelle folgt die Altenpflege mit 199 Tagen Vakanzzeit vor Bodenlegern mit 185 Tagen.

Abgesehen vom Lehrlings- und Azubimangel fehlen auch Anwärter mit abgeschlossener Berufsausbildung: Bei Klempnern, Sanitär, Heizung und Klima haben im Schnitt 46 Arbeitslose die Wahl unter 100 freien Stellen. In der Altenpflege ist dieses Verhältnis noch ungünstiger für die Arbeitgeber: 27 zu 100.

Über 472.000 freie Stellen in den analysierten Berufsgruppen

Insgesamt dokumentiert die Bundesagentur 30 Berufsgruppen, in denen besonders viele Fachkräfte fehlen. Insgesamt mehr als 472.000 freie Stellen waren Ende Juli nur in diesen Branchen gemeldet. In absoluten Zahlen gab es mit 63.000 offenen Stellen den größten Mangel bei den fertigungstechnischen Berufen, dazu zählen unter anderem Industriemechaniker und Feinwerkmechaniker. An zweiter Stelle folgten die Gesundheitsberufe mit 61.000 Stellenangeboten.

Für die Bürger wird der Personalmangel nur in einzelnen Branchen spürbar, jedoch in wichtigen: So sind in diesem Sommer in Bayern reihenweise Züge ausgefallen, weil Lokführer fehlten. Bundesweit mehren sich die Meldungen über vorübergehende Stationsschließungen in Krankenhäusern, weil es an Krankenschwestern und -pflegern mangelt.

Auch der Ärztemangel wird immer größer

Arzt mit Patient
Auch der Mangel an Ärzten wird immer deutlicher spürbar.
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Auch Ärzte werden allmählich zum knappen Gut, und zwar sowohl niedergelassene Hausärzte als auch Krankenhausmediziner. Ende Juli waren laut Bundesagentur für Arbeit 2.539 freie Ärztestellen gemeldet, ein Anstieg von knapp 15 Prozent seit 2014. Hinzu kommen die fehlenden Hausärzte, die in der Statistik nicht auftauchen: Schon 2017 waren nach Angaben der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) in Berlin 2.600 freie Hausarzt-Praxen gemeldet, aktuellere Zahlen hat die KBV in ihren Gesundheitsdaten nicht publiziert.

Da das Durchschnittsalter der niedergelassenen Ärzte laut KBV bei über 54 Jahren liegt - und gut ein Fünftel bereits den 60. Geburtstag hinter sich hat - fürchten Fachleute vor allem auf dem Land wachsende Probleme in der medizinischen Versorgung.

Video: Was ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

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Quelle: DPA/RTL.de