Gesucht, aber schlecht bezahlt

Fachkräfte werden oft mit Billiglöhnen abgespeist

24. Februar 2020 - 15:15 Uhr

Der Mangel an Fachkräften führt nicht zu höheren Löhnen

In vielen Berufen in Deutschland mangelt es an Fachkräften. Aber deshalb winken dort nicht automatisch hohe Gehälter. Im Gegenteil: In mehreren Fällen müssen sich die begehrten Arbeitskräfte mit deutlich weniger Geld zufrieden geben als die durchschnittliche Fachkraft.

Ausgebildete Fußpfleger trifft es besonders hart

Zum Teil sind es mehrere Hundert Euro weniger. Im Schnitt verdient eine Fachkraft in Deutschland 3.052 Euro brutto im Monat. Bei der Hälfte der 52 Berufe mit Fachkräftenot ist der Verdienst allerdings niedriger. Das musste die Bundesagentur für Arbeit auf Anfrage der Linken einräumen.

Welche Fachkräfte schauen am tiefsten in den Geldbeutel? Es sind ausgebildete Fußpfleger (Podologen). Sie erhalten monatlich im Schnitt gerade einmal 1.826 Euro brutto. Besonders niedrig ist der Lohn auch bei Berufen in der Fleischverarbeitung mit 2.123 Euro brutto.

ARCHIV - Eine Auszubildende im Beruf der Zerspanungsmechanikerin, steht gemeinsam mit ihrem Meister an einer Drehbank im Ausbildungszentrum der Firma ABB in Berlin (Archivbild vom 23.09.2008). In wenigen Jahren werdenMillionen Fachkräfte fehlen. Entw
Fachkräftemangel zeigt sich vor allem in Bauberufen, im Gesundheits- und Pflegebereich und in einigen technischen Berufsfeldern.
© dpa, Tim Brakemeier

Vergleichsweise mau sieht es auch bei Beschäftigten in der Hörgeräteakustik mit 2.346 Euro aus. Wenig verdienen zudem Fachkräfte in der Bodenverlegung mit 2.410 Euro sowie in der Überwachung und Wartung von Eisenbahnanlagen mit 2.465 Euro. Bei Berufen in der Physiotherapie sind es 2.376 Euro.

Laut einer Untersuchung der Bundesagentur für Arbeit zeigt sich Fachkräftemangel vor allem in Bauberufen, im Gesundheits- und Pflegebereich und in einigen technischen Berufsfeldern. In technischen Berufen liegt der mittlere Lohn allerdings oft bei mehr als 4.000 Euro. Bei Ärzten sind es mehr als 5.000 Euro.