8. Mai 2012 - 11:19 Uhr

Facebook will Privatsphäre von Bewerbern schützen

In den USA sollen Zugriffe auf private Internet-Konten von Bewerbern verboten werden. US-Abgeordnete drohen den Arbeitgebern mit einem gesetzlichen Verbot. Auch Facebook will laut dem für die Privatsphäre der Kunden verantwortlichen Manager Eric Egan rechtliche Schritte prüfen. Der kalifornische Senator Leland Yee kritisiert das Vorgehen mancher Unternehmen. Arbeitgeber hatten laut einem Bericht der Agentur AP die Zugangsdaten der Bewerber verlangt. So wollten sie Zugriff auf die privaten Internet-Konten der Bewerber erhalten.

"Arbeitgeber haben berechtigte Fragen zur beruflichen Leistung eines Bewerbers", sagte US-Senator Yee. "Aber sie können diese Informationen auf die übliche Weise finden, ohne das Verfahren abzukürzen oder die Privatsphäre der Menschen zu verletzen." Yee hat daher bereits einen Verbots-Entwurf eingereicht. Damit könnte Arbeitgebern der Zugriff auf die Facebook-Konten der Bewerber verwehrt bleiben.

Bereits jetzt haben die Arbeitnehmer laut Egan kein Recht auf einen solchen Zugang zu Facebook-Konten. Dennoch stelle Facebook eine "besorgniserregende Zunahme an Berichten fest, dass Arbeitgeber oder andere Interessierte Zugang zu Kundenprofilen erlangen wollen, der ihnen nicht zusteht".

Facebook vs. Facebook-Nutzer

Dabei wird der Datenschutz von Facebook bisher eher als notwendiges Übel betrachtet. Auch aktuell will Facebook die Nutzungsbestimmungen ändern. Datenschützer bemängeln dabei die fehlende Aufklärung. So hat Facebook seine Nutzer zwar auf einer Fan-Seite ('Facebook Site Governance') über das Vorhaben informiert - damit bekommt außer den Fans dieser Seite aber kaum jemand etwas von den Änderungen mit.

Auch der Link zu bestimmten Bestimmungen für deutsche Nutzer funktioniert nicht. Fragen der Nutzer wurden bisher nicht beantwortet. Kommt es zur geplanten Änderung, darf Facebook die Nutzungsbestimmungen auch ohne die Zustimmung der Nutzer überarbeiten. Diese würden es Facebook erlauben, noch mehr Daten weiterzugeben. Zahlreiche Nutzer sprechen sich über die Kommentar-Funktion gegen eine Änderung aus. Während Facebook die Arbeitgeber kritisiert, kritisieren die Nutzer Facebook.