Facebook-Vergewaltigung in Schweden: Neues Video aufgetaucht

27. Januar 2017 - 11:44 Uhr

Früheres Opfer meldet sich zu Wort

Im Fall einer Vergewaltigung in Schweden, die live bei Facebook gezeigt worden sein soll, gibt es weitere Erkenntnisse: Jetzt ist eine neue Sequenz aufgetaucht. Sie soll die Zeit nach der mutmaßlichen Vergewaltigung einer 30-Jährigen durch drei Männer zeigen. Weil von der mutmaßlichen Tat aber noch jede Aufnahme fehlt, könnten die Täter schon bald freikommen. Unterdessen hat sich ein angebliches früheres Opfer zu Wort gemeldet.

Neue Entwicklung im Fall der schlimmen Facebook-Vergewaltigung in Schweden. Der Polizei liegt ein zweites Video vor, das die Zeit unmittelbar nach der Tat zeigt: Zu sehen sind einer der mutmaßlichen Täter sowie das Opfer, das offenbar mit einer Freundin telefoniert. Sie wirkt benommen, weiß wohl nicht, was gerade passiert ist. Alle Beteiligten stehen unter starkem Drogen- und/oder Alkoholeinfluss.

Drei Männer sollen die 30-Jährige in der Nacht von Samstag auf Sonntag vergewaltigt haben und die Tat live in eine geschlossene Facebook-Gruppe gestreamt haben. Knapp 200 Menschen schauten dem Stream zu, nur Augenzeugin Josefine Lundgren reagierte. Sie entdeckte den Livestream gegen sechs Uhr morgens und alarmierte die Polizei.

„Von der mutmaßlichen Vergewaltigung fehlt die Aufnahme!“

Gegenüber der Zeitung 'Expressen' schilderte die 21-jährige Zeugin die Horror-Tat, sagte: "Einer zog sie aus und legte sich auf sie. Einer Filmte, zeigte den anderen sein Smartphone und die Bilder. Einer der Männer hatte auch etwas in der Hand, was wie eine Pistole aussah. Ich habe sofort bei der Polizei angerufen. Das war so krank."

Die Polizei stürmte die Wohnung zwar schnell, konnte auch Handys beschlagnahmen. Die Beamten können den Tätern aber bislang nichts nachweisen. Staatsanwalt Magnis Berggreen sagte im Gespräch mit RTL: "Wir haben einige Fotos und Film-Sequenzen. Von der mutmaßlichen Vergewaltigung fehlt uns noch immer die entscheidende Filmaufnahme."

Früheres Opfer meldet sich zu Wort

Genau das könnte jetzt zum Problem werden. Denn bislang wäre nur diese Aufnahme der endgültige Beweis für eine Vergewaltigung. Können die Beamten diese nicht konkret nachweisen, müssen sie die mutmaßlichen Täter wohlmöglich laufen lassen. Zwar wurde gegen zwei der drei Männer bereits früher schon einmal ermittelt – allerdings wegen anderer Delikte.

Die Zeitung 'Expressen' berichtet unterdessen über ein weiteres Opfer. Eine junge Frau will in dem Live-Video einen Mann wiedererkannt haben, der sie im Oktober 2015 vergewaltigt haben soll. Die 21-Jährige sagte: "Ich hatte Angst, als ich ihn sah!" Sie hätte zwar damals Anzeige erstattet. Diese verlief aber im Sand, weil die Ermittlungen nichts ergeben hätten.