Facebook soll Themen im Newsstream bewusst manipuliert haben

Facebook soll Themen im Newsstream manipuliert haben
US-Medien berichten, dass Facebook die Auswahl der News-Themen für die Rubrik 'Trending Topics' manipuliert haben soll.

Nachrichten über Konservative wurden angeblich unterdrückt

Für hunderte Millionen Menschen ist Facebook die zentrale Nachrichtenquelle. Wie sehr beeinflusst das soziale Netzwerk, welche Nachrichten uns überhaupt erreichen? US-Medien berichten nun, dass der Internetkonzern die Auswahl der News-Themen für die Rubrik 'Trending Topics' bewusst manipuliert haben soll. Nachrichten über konservative Politiker seien so unterdrückt worden, sagten ehemalige Facebook-Mitarbeiter dem Nachrichtenprotal 'gizmondo.com'.

Die Rubrik soll eigentlich anzeigen, welche Themen die Nutzer gerade interessieren. Gleichzeitig sind die 'Trending Topics' ein wichtiger Kanal, über den die User Nachrichten konsumieren. Die Ex-Mitarbeiter, die anonym bleiben wollten, erklärten, bei der Überprüfung der News-Trends seien Nachrichten über Politiker – wie den einstigen republikanischen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney oder Treffen konservativer Gruppen – herausgefiltert worden. Dagegen seien beispielsweise Berichte über die Bewegung gegen Rassen-Diskriminierung ("Black Lives Matter") nachträglich hinzugefügt worden. Die Mitarbeiter hätten bei der Themen-Auswahl sehr viel Spielraum für persönliche Entscheidungen gehabt.

Facebook bestreitet die Anschuldigungen

Facebook dementiert die Vorwürfe. Es gebe technische Barrieren gegen Manipulationen der 'Trending Topics', erklärte der Facebook-Manager Tom Stocky. Solche Eingriffe seien laut internen Regelungen verboten und es seien keine Belege für ein solches Verhalten gefunden worden. Alle Aktionen der Mitarbeiter würden aufgezeichnet und kontrolliert, so Stocky. Aufgabe des Teams, das für die 'Trending Topics' zuständig ist, sei es lediglich, die Themen auf Doppelungen, Fälschungen oder schwache Quellenlage zu prüfen. Ausgewählt würden die Nachrichten von einem "neutralen" Algorithmus.

Das Silicon Valley ist traditionell eher für eine liberale Gesinnung bekannt. Facebook-Chef Mark Zuckerberg hatte vor wenigen Wochen mit einer Äußerung für Wirbel gesorgt, die von US-Medien als Angriff auf den republikanischen Präsidentschaftskandidat Trump gewertet wurde. "Ich höre beängstigende Stimmen, die fordern, dass wir Mauern errichten und Menschen ausgrenzen, die als 'anders' bezeichnet werden", sagte Zuckerberg. Trump hatte im Wahlkampf den Bau einer Mauer an der mexikanischen Grenze vorgeschlagen. Mit weltweit über 1,6 Milliarden Usern wäre Facebook wohl tatsächlich in der Lage, mithilfe einer gezielten Nachrichtenauswahl politisch Einfluss zu nehmen.