Verbot von Werbeanzeigen

Facebook sagt Impfgegnern den Kampf an

Facebook will bei Werbung demnächst genauer hinsehen und gegen Impfgegner vorgehen.
© dpa, Jens Büttner

15. Oktober 2020 - 10:19 Uhr

Facebook greift durch

Facebook gebe Impfgegnern für die Verbreitung von teils zweifelhaften Botschaften eine Plattform. Diesen Vorwurf muss sich das soziale Netzwerk schon lange anhören. Jetzt reagiert der Konzern auf die Kritik und führt neue Maßnahmen für Werbeanzeigen ein.

Werbeanzeigen im Visier

Demnach will Facebook nach eigener Auskunft jene Werbung verbieten, die sich explizit gegen Impfungen ausspricht. Vorbeugendes und umsichtiges Verhalten sei wichtig, um die Gesundheit aller zu schützen, begründet der Konzern die Entscheidung. Auch die Corona-Pandemie zeige das jeden Tag. Weiterhin erlaubt bleiben Werbeanzeigen, die sich konstruktiv mit Maßnahmen von Regierungen auseinandersetzen oder bestimmte Vorgehensweisen im Zusammenhang mit Impfungen kritisieren, heißt es von Facebook.

Soziale Netzwerke in der Kritik

Es ist nicht die erste Maßnahme des sozialen Netzwerks, um der Verbreitung von Falschinformationen gegenzusteuern. Zuletzt ging der Konzern entschieden gegen das Posten von Verschwörungstheorien in Zusammenhang mit dem Coronavirus vor. Doch auch andere soziale Netzwerke stehen in der Kritik, zu wenig gegen die Verbreitung von Fake-News zu unternehmen. Der Kurznachrichtendienst Twitter reagierte vor wenigen Monaten und unterzieht offensichtliche Falschmeldungen einem Fakten-Check. Sind die Informationen nicht korrekt, wird der Tweet als Falschmeldung gekennzeichnet. Auch einen fragwürdigen Tweet des amerikanischen Präsidenten markierte der Kurznachrichtendienst im Mai als nicht glaubwürdig. Wann genau das Werbeverbot für Anti-Impf-Kampagnen auf Facebook in Kraft tritt, ist noch nicht bekannt.