Facebook gibt Millionen private Telefonnummern weiter – sind auch Sie betroffen?

So harmlos kommt die Funktion in der Facebook-App daher, mit der viele Nutzer unter Umständen an private Daten anderer Nutzer gelangt sind.
© Screenshot Facebook-App

23. Juni 2013 - 11:41 Uhr

"Können Fehler nicht zu 100 Prozent verhindern"

Es ist eine kleine Panne mit großer Auswirkung – von "schätzungsweise" sechs Millionen Facebook-Nutzern wurden private Kontaktangaben wie die E-Mail-Adresse oder Handy-Nummer an andere Nutzer weitergegeben, die eigentlich keinen Zugriff auf diese Daten hatten.

Facebook hat nach eigenen Angaben die betroffenen Nutzer per Mail informiert – und die melden sich auch direkt zu Wort. In den Kommentaren unter einer Mitteilung von Facebook beschweren Sie sich über die karge Auskunft, "1 Facebook-Nutzer" habe die eigenen privaten Daten zu Gesicht bekommen. Wer, das erfährt man als Betroffener aber offenbar nicht.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zur aktuellen Datenpanne bei Facebook:

Sind auch Sie betroffen?

Das erkennen Sie nur, wenn Sie eine Mail von Facebook bekommen haben, in der Ihnen das mitgeteilt wird.

Was ist genau passiert?

User A möchte von Facebook wissen, welche seiner Freunde noch nicht in seiner Freundesliste bei Facebook sind – dafür kann er die Kontaktdaten, in der Regel einfach sein komplettes Adressbuch auf dem Smartphone, bei Facebook hochladen. Facebook sieht nach, wer noch als Freund hinzugefügt werden kann und schlägt User B vor. Im Hintergrund verknüpft Facebook dann die Daten aus dem hochgeladenen Adressbuch mit den Facebook-bekannten Daten von User B, ohne sie User A anzuzeigen, der vielleicht nur eine E-Mail-Adresse von User B hatte, nicht aber die Handynummer.

Jetzt bietet Facebook aber ein Tool an, mit dem jeder Nutzer alle seine bei Facebook gespeicherten Daten, inkl. der Freundeslisten, auf seinen Rechner herunterladen kann. Wenn User A sich diese Daten gespeichert hat, waren darin plötzlich auch die Daten von User B enthalten, die User A bisher gar nicht hatte.

Kann man sich gegen diesen Datenabgleich schützen?

Nein. Jeder Facebook-Nutzer, der die Kontaktdaten eines anderen in seinem Smartphone gespeichert hat, kann die Daten mit der Abgleich-Funktion Facebook zur Verfügung stellen. So ist man als Opfer der aktuellen Datenpanne völlig machtlos – man konnte nicht verhindern, betroffen zu sein. Außer, man gibt seine eigenen Daten niemandem anderes, auch außerhalb von Facebook nicht.

Wurde das Datenleck ausgenutzt?

Es gebe keine Hinweise darauf, dass die Lücke gezielt ausgenutzt worden sei, sagt Facebook. Beim Großteil der betroffenen Nutzer dürfte derjenige, der die privaten Daten erhalten hat, dies sogar gar nicht bemerkt haben. Sie sind nur ein winziger Teil eines großen Datenberges, den man mit der Download-Funktion erhalten hat.

Wie kam es zu der Panne?

Es handelt sich um eine Software-Panne, teilte Facebook mit. Facebook habe kürzlich einen Hinweis auf den Fehler bekommen. "Kein Unternehmen kann solche Fehler zu 100 Prozent verhindern", meint das Netzwerk.

Welche Konsequenzen zieht Facebook?

Neben der E-Mail an die betroffenen Nutzer hat das soziale Netzwerk nach eigenen Angaben die Datenschutzbehörden in den USA, Kanada und Europa informiert. Die Funktion, mit der man die Facebook-Daten herunterladen konnte, wurde deaktiviert, bis die Panne behoben ist.