9. Dezember 2011 - 11:12 Uhr

Kritik an automatischer Gesichtserkennung

Die umstrittene automatische Gesichtserkennung bei Facebook hat Deutschland erreicht. Das Online-Netzwerk hatte die Funktion seit Mitte Dezember schrittweise erst in den USA und dann in anderen Ländern eingeführt. Datenschützer äußern Kritik an der Einführung der Gesichtserkennung.

Lädt der User auf der Internetplattform ein neues Foto hoch, so erfolgt die automatische Gesichtserkennung. Dies ist aber nur bei Facebook-Freunden eines Nutzers möglich. Dem User wird dann vorgeschlagen, den Freund im Bild zu markieren.

Doch die Freischaltung einer automatischen Gesichtserkennung hat Datenschützer auf den Plan gerufen. "Wieder einmal scheint es, dass Facebook die Online-Privatsphäre seiner Nutzer heimlich untergraben hat", schrieb Analyst Graham Cluley im Unternehmensblog der Sicherheitsfirma Sophos. Marc Rotenberg, Präsident von Electronic Privacy, kritisierte, dass Facebook-Mitglieder nicht die Möglichkeit hätten, selbst zu entscheiden, ob sie den neuen Service nutzen wollten oder nicht. Denn die Gesichtserkennung funktioniere automatisch.

Facebook: Besseres Zurechtfinden in Bildersammlungen

Wer jedoch nicht will, dass sein Name zum Markieren vorgeschlagen wird, muss selbst tätig werden und dies in den Einstellungen zur Privatsphäre deaktivieren. Zudem kann die Namens-Markierungen später gelöscht werden.

Facebook erklärte, mit Hilfe der sogenannten Tags solle man sich in größeren Bildersammlungen besser zurechtfinden - oder auch sich selbst auf Bildern von Freunden entdecken. Nutzer hätten sich immer wieder beschwert, dass sie diese Namens-Markierungen bei jedem Bild neu eintragen müssten. Die neue Software soll dafür eine Erleichterung sein.

Google und Apple bieten mit Picasa beziehungsweise iPhoto die Gesichtserkennung bereits an. Bei iPhoto können Nutzer allerdings vorab entscheiden, ob sie diesen Service nutzen wollen oder nicht.