Facebook: DAS weiß das Netzwerk wirklich über Sie

Was weiß das Netzwerk wirklich?
© REUTERS, DADO RUVIC

01. August 2016 - 13:00 Uhr

Datenkrake Facebook - scheinbar nicht so präzise wie gedacht

Dass Facebook als extrem gierige Datenkrake gilt, weiß mittlerweile jeder. Die genauen Informationen, die Facebook über Sie hat, kennen Sie aber vermutlich nicht. Klar, Facebook zieht seine Daten aus ihrem Nutzerprofil und den Seiten, die Sie bei Facebook besuchen. Aber wussten Sie, dass es auch Ihr restliches Surfverhalten erfasst, solange Sie im selben Browser bei Facebook eingeloggt sind? Basierend auf Ihrem Surfverhalten unterteilt Facebook Ihre Interessen in Kategorien, zu denen Sie bevorzugt Werbung ausgespielt bekommen.

Um diese Kategorien einzusehen, klicken Sie im Browser oben rechts auf den Pfeil und dann auf 'Einstellungen'. Dort dann in der Leiste links auf 'Werbeanzeigen' und dann bei 'Werbeanzeigen basierend auf meinen Einstellungen' auf 'Bearbeiten' und auf den dort erscheinenden Button.

Dort können Sie Ihre Kategorien nicht nur einsehen, sondern auch selbst bearbeiten um bessere Werbung zu erhalten. Beruhigend ist dabei: Einige Interessen 'errät' Facebook zwar, vieles ist aber auch komplett absurd. Unter Lifestyle findet sich zum Beispiel die Kategorie 'Langeweile' – mit der Begründung:

"Du hast diese Einstellung, weil wir glauben, dass sie aufgrund deiner Handlungen auf Facebook wie das Markieren von Seiten mit "Gefällt mir" oder das Klicken auf Werbeanzeigen relevant für dich sein könnte."

Vielen Dank für die Blumen, Facebook.

Klarnamenpflicht ein Mythos?

In letzter Zeit mehren sich Fälle, in denen Facebook Konten sperrt, weil Nutzer möglicherweise einen Fakenamen verwenden. Wer eine Kopie seines Ausweises einsendet, kann sich den Account wieder freischalten lassen und wird automatisch umbenannt, falls der Verdacht begründet gewesen ist. Aber ist das legal? Deutsche Juristen argumentieren dagegen gerne mit dem deutschen Telemediengesetz, das Dienstanbietern auferlegt, Pseudonyme zu erlauben.

In diesem Falle gelten aber die übergeordnete EU-Datenschutzrichtlinie und das so genannte "Sitzlandprinzip". Facebooks europäischer Datenverkehr findet in Irland statt, denn dort stehen Facebooks Server und deshalb gelte in diesem Falle auch irisches Recht. Das sieht eine Klarnamenpflicht vor. Zwar hat Facebook auch eine deutsche Niederlassung, diese kümmere sich aber lediglich um Marketingaufgaben. Das hatte das Hamburger Verwaltungsgericht 2013 entschieden.