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Facebook-Chef Mark Zuckerberg vor EU-Parlament

FILE PHOTO: Facebook CEO Mark Zuckerberg listens while testifying before a joint Senate Judiciary and Commerce Committees hearing regarding the company’s use and protection of user data, on Capitol Hill in Washington, U.S., April 10, 2018. Picture
Facebook Chef Mark Zuckerberg bei der Anhörung vor dem US-Kongress in Washington © REUTERS, Leah Millis, SAV/HB/JS

Treffen wird live im Internet übertragen

Hinter verschlossenen Türen, abgeschottet von der Öffentlichkeit – so hätte sich der Facebook-Gründer Mark Zuckerberg die Befragung in Brüssel eigentlich gewünscht. Irrwitzig für einen Unternehmer, dessen Firma die Daten seiner Nutzer an zahlende Kunden verteilt wie ein Croupier Spielkarten im Casino, aber seine Informationen lieber nicht mit einer breiten Öffentlichkeit teilen möchte. Das fanden auch viele Kritiker, also einigten sich der EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani und Zuckerberg auf eine Lösung: Die EU-Bürger dürfen zuschauen. Live im Netz.

Chef der 'Datenkrake' spricht über Datenschutz

Interessierte können dabei sein, wenn der Facebook-Gründer Mark Zuckerberg Antworten auf Fragen zum Datenschutz bei Facebook und den möglichen Einfluss der sozialen Medien auf Wahlen beantworten wird. Auf der Internetseite des Europaparlaments wird die Befragung live um 18.15 Uhr übertragen.

75 Minuten soll das Gespräch dauern. Das Europaparlament hatte wochenlang versucht, Zuckerberg vorzuladen. Dieser wollte erst seinen Vize-Chef für Öffentlichkeitsarbeit, Joel Kaplan, vorschicken und das Gespräch zunächst hinter verschlossenen Türen führen. Am Ende bildete sich jedoch im Parlament eine Mehrheit für die öffentliche Übertragung im Internet.

"Es wäre auch zu absurd gewesen, wenn ausgerechnet ein Hearing (Anhörung) mit dem Chef der Datenkrake Facebook hinter verschlossen Tür stattgefunden hätte", kritisierte der Grünen-Abgeordnete Sven Giegold.

Im März war bekannt geworden, dass sich die britische Firma Cambridge Analytica Millionen Daten von Facebook Nutzern beschafft und analysiert hatte, sodass sie mithilfe dieser Daten unerlaubte Wahlwerbung während der US-Präsidentschaftswahlkampf auf der Plattform schalten konnten. Heute soll auch geklärt werden, in wieweit europäische Nutzerdaten von diesem Skandal betroffen sind. Zuckerberg hatte sich bei einer Anhörung vor dem US-Kongress für den Datenskandal entschuldigt. Derart schweißtreibende Stunden wie vor dem Kongress muss Zuckerberg in Brüssel indes nicht erwarten. Tajanis Team pointiert, es handele sich bei dem heutigen Termin eher um ein Treffen als um eine Befragung oder gar Anhörung.

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