Aus der Not eine Tugend gemacht

Fabrik in Bangladesch fertigt jetzt Corona-Schutzanzüge statt Billigklamotten

24. April 2020 - 19:36 Uhr

Zahlreiche Fabriken in Bangladesch mussten schließen

Wegen des Corona-Lockdowns sind in Deutschland noch immer viele Geschäfte geschlossen, darunter Modeketten wie H&M oder Primark. Das hat nicht nur hierzulande Auswirkungen auf Unternehmen und Verbraucher, sondern auch auf die Textilhersteller in den asiatischen Billiglohnländern. Zahlreiche Fabriken müssen schließen, Angestellte verlieren ihren Job. Der zwar grausam ist, aber die einzige Möglichkeit, um zu überleben. Doch eine Firma in Bangladeschs Hauptstadt Dhaka macht aus der Not eine Tugend und löst damit sogar noch ein Problem, wie unser Video zeigt: Wo früher Kleidung gefertigt wurde, wird jetzt Schutzkleidung produziert.

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Hohe Nachfrage nach Corona-Schutzkleidung

Normalerweise schneidern die Arbeitskräfte in der in der Textilfabrik von Mohammad Shorif Ahmed billige Klamotten. Hunderte Näherinnen schuften hier jeden Tag zwischen 8 und 17 Uhr. Aber das ist jetzt anders. "Weil wegen des Coronavirus die Nachfrage nach Schutzkleidung bei uns so hoch ist, haben wir angefangen, sie zu produzieren", erklärt der Fabrikbesitzer. "Wir liefern sie an Ärzte. Krankenschwestern, Armee, Polizei und Journalisten." Oder auch an Bürger, die sich einfach schützen wollen.

Existenzangst wiegt schwerer als Virusangst

So kann Ahmed mit seiner Firma während der Krise zumindest ein bisschen Geld verdienen. Andere Unternehmen in Bangladesch machen derzeit Millionenverluste, weil riesige Aufträge aus dem Westen gestrichen worden sind.

Und auch seine Angestellten sind froh, noch Arbeit zu haben – auch wenn hier ein Mindestabstand kaum eingehalten werden kann. Existenzängste wiegen bei vielen gerade wesentlich schwerer als die Angst vor dem Virus.

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Wird ein internationales Geschäft draus?

Vielleicht wird aus der Idee mit der Schutzkleidung ja sogar ein internationales Geschäft. "Nachdem wir die Nachfrage in unserem Land gestillt haben und der Lockdown vorbei ist, wollen wir die Anzüge, wenn es möglich ist, auch an andere Länder liefern", erzählt Ahmed. Vielleicht gibt's die Schutzkleidung aus seiner Fabrik ja schon bald auch bei uns.

TVNOW-Doku: Was wir aus der Krise lernen

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