Umstrittene EZB-Entscheidung

Bank-Kunden drohen höhere Gebühren

12. September 2019 - 16:00 Uhr

Wer Geld spart, guckt in die Röhre

Wer von seinem hart erarbeiteten Geld jeden Monat etwas auf die hohe Kante legt, der ärgert sich beim Blick auf das Konto. Auf das Ersparte gibt es kaum noch Zinsen, im Gegenteil: Viele Banken kassieren hohe monatliche Gebühren für das Girokonto. Nach der Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstagmittag wird es für Kunden künftig noch dicker kommen.

Warum die Niedrigzinsen alle betreffen

Das Girokonto könnte demnächst deutlich teurer werden. Und Sparer, die unter einem ohnehin schon niedrigen Zins leiden, gehören zu den größten Verlierern der EZB-Entscheidung. Der Strafzins wird erhöht. Das heißt, wenn Banken Geld bei der Europäischen Zentralbank parken, bekommen sie dafür keine Zinsen, sondern müssen Strafen zahlen. Und diese Strafgebühr erhöht die Europäische Zentralbank jetzt sogar noch.

Wer spart, der gehört zu den Verlierern dieser Entscheidung. Unser Börsenreporter Frank Meyer erklärt im Video, warum die Sparer auch künftig nicht auf bessere Zeiten hoffen sollten.

Was steckt hinter den niedrigen Zinsen?

Es gibt auch Gewinner der niedrigen Zinsen, und zwar hauptäschlich Unternehmen. Sie können sich sehr billig Geld leihen. Das soll Anreize zum Investieren schaffen, zum Beispiel in neue Fabriken. So soll die gesamte Wirtschaft gestärkt werden. Ob das allerdings funktioniert, ist umstritten, weil oft Investitionsgelegenheiten fehlen. Oder weil zuviel Bürokratie sie unattraktiv macht.

Mit der Entscheidung, die Strafzinsen sogar noch weiter zu erhöhen, will die Zentralbank weiter für billige Kredite sorgen.

Neben Unternehmen freuen sich darüber auch Privatleute, die zum Beispiel einen großen Kredit für ein Haus aufnehmen wollen. Sie profitieren von sehr günstigen Angeboten.

Aber im Alltag heißt die Zinsentscheidung der EZB: Für die Ersparnisse werden die Zinsen sogar eher noch weiter fallen, als dass sie steigen. Die Banken könnten sogar ihre Gebühren erhöhen, um ihre höheren Ausgaben durch den Strafzins auszugleichen.